NRW-Klasse 6. Spieltag: SK KS Iserlohn – SK Werther 4,5:3,5

Iserlohn (ehu). Gegen den Spitzenreiter der Tabelle zeigten einige von uns eine Glanzleistung. Beinahe wäre der Kampf sogar eine Sternstunde der ersten Mannschaft geworden.

Der Schiedsrichter gibt die Bretter frei. Vor ihm sitzen Mario (hinten links), Kalle und Jonas, der seinem Gegner Joshua Eckart zum Partiestart am ersten Brett die Hand reicht.

Der Auftakt war zunächst beschämend: Stark ersatzgeschwächt traten wir mit nur sechs Leuten an – Jan, Marko und Markus fehlten. Da wir nur einen Ersatzspieler fanden, blieben zwei Bretter frei – peinlich.

Schon vor dem ersten Zug liefen wir dadurch einem 0:2-Rückstand hinterher.  Eine 100-Euro-Strafe erwartet den Verein, die Michael jedoch mit seiner Kaffee-Flatrate beim Schloss-Open locker wieder reinholen kann.

Nach kaum zwei Stunden Spielzeit notierte der strenge Schiedsrichter das 0:3, nachdem Jonas erstmals in der Saison mächtig zerbröselt wurde. Ich habe das Ende in einer kurzen Filmsequenz festgehalten:

Danach starteten wir eine rasante Aufholjagd: Malte warf am achten Brett seine Bauern nach vorne. Sein favorisierter Gegner (DWZ 1965) opferte im Zentrum einen Springer, übersah aber einen hübschen Zwischenzug, der Malte die Figur für ein ungenügendes Äquivalent sicherte.  Anschließend konterte er den Iserlohner mutig aus:

Hier ist die Schlussstellung, in der sein Gegner aufgab:

Dabei hätte der Iserlohner genau in diesem Moment Maltes einzigen großen Fehler in der Partie zwei Züge zuvor (Se2) bestrafen und eine ausgeglichene Stellung erreichen können,  wenn er im Diagramm Sg3 gefunden und gezogen hätte – hat er aber nicht.

Rüdiger nagelte währenddessen in seiner typisch-trockenen Manier ein bombensicheres Unentschieden aufs Brett. Nur einmal in der Analyse schlägt die Anzeige des Rechners zu seinen Gunsten bis auf 1,9 Bauerneinheiten aus. Das zeigt, dass – wenn überhaupt – nur Rüdiger Gewinnchancen besaß.

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Eine richtig starke Leistung lieferte Kalle ab:

Schon im elften Zug erspielte er sich einen gewinnbringenden Vorteil, den er Zug um Zug ausbaute. Im  27. Zug erzwang er ein Matt in vier Zügen, das mit einem schwarzen Läuferschach auf b4 begann und mit der schwarzen Dame auf c2 hätte enden können, wenn sein Gegner nicht zwei Züge vorher aufgegeben hätte:

Kalle hatte recht mit seiner treffenden Bemerkung: „Ich habe ihn zerrupft.“ – eine Glanzpartie.

Mario nahm dankenswerter Weise die Kapitänsrolle an. Die schien ihn zu beflügeln: Gegen seinen 200 Punkte höher eingestuften Gegner gewann er als Schwarzer mit einem Doppelangriff seiner Dame einen Bauern, der auf der a-Linie freien Ausblick genoss.

Im Schwerfigurenendspiel setzte er seinen fetten Trumpf in Bewegung und strich schließlich verdient den vollen Punkt ein. Hier ist sein Schlussbild mit ihm am Zug (Der Computer zeigt ein Matt in 15 Zügen an):

So fehlte uns nur noch ein halber Punkt zum 4:4-Überraschungserfolg und ein ganzer zu Gold. Im zwölften Zug hätte ich in meiner Partie am fünften Brett zumindest den halben Punkt sichern können, verschmähte aber in Absprache (wie’s sich gehört) mit dem Interims-Kapitän Mario zurecht das viel zu frühe Remisangebot meines Gegners. Ich spielte auf Sieg.

Statt im 34. Zug Dc6 zu ziehen und einen Vorteil festzuhalten,  patzte ich in Zeitnot und ging baden. Hier ist meine Schlussstellung zwölf Züge später, in der der c-Bauer nur durch ein sinnloses Opfer entfernt werden könnte:

Immerhin bot meine Jacke ein leuchtendes Beispiel für irgendwas.

Trotz der Niederlage im Textilraum der Martin-Luther-Schule in Iserlohn verharren wir auf dem vierten Tabellenplatz. Zwar ist die Situation recht undramatisch, doch Rüdigers Galgengesänge werden wegen der derzeitigen Personalnot wieder lauter. Das Liga-Orakel ist viel optimistischer als unser einziger Rentner im Team: Es geht jetzt davon aus, dass wir bis zum Saisonende in den drei noch vor uns liegenden Kämpfen zwei Siege (Porta Westfalica, Herford ) und ein Unentschieden (Hemer) holen.

Hier ist der Link zur aktuellen Tabelle: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=nrw-k1

 

 

 

NRW-Klasse 5. Spieltag: Bielefelder SK II – SK Werther 3,5:4,5

Bielefeld (ehu). Puh, das war knapp. Ohne Marko und Kalle wurde es ganz schön spannend: Als wir kurz vor Schluss 4:2,5 führen, laufen noch zwei Partien.  Während Markus ums Remis winselt, spielt Jan mit einem Springer im Minus ohne Hoffnung weiter. Zur Erleichterung seiner Mitspieler versteckt Markus seinen König in einem sicheren  Schneckenhaus, nimmt beruhigt eine dreifache Zugwiederholung an und rettet uns so den Mannschaftssieg. Jan streckt derweil die Waffen.

Blick in den Spielraum: rechts Jan am ersten Brett, in der Bildmitte Jonas am zweiten und links Markus am dritten Brett.
Jan (links) hat soeben aufgegeben. Ärgerlich, den FM-Titel wird’s nach der Saison wohl nicht geben.
Markus trägt Winterjacke und bleibt die ganze Partie über cool.

Nach dem knappen Sieg hält ein Tool zur Einschätzung der Saisonchance unseren Ligabverbleib  zu 98 Prozent für wahrscheinlich. Das Liga-Orakel prophezeit zudem, dass wir am Ende mit 28-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf Platz 6 landen. Unsere Ausfstiegschance  ist gleichzeitig winzig: 0,5 Prozent. Unser Abstieg unwahrscheinlich: 1,1 Prozent.

Das Liga-Orakel

Der Kampf begann mit einer Verzögerung: Vergeblich warteten wir auf die Schiedsrichterin. Sie blieb fern und niemand kannte den Grund. Jan stellte daraufhin alle Digital-Uhren auf den richtigen Modus ein, weil die Bielefelder nicht wussten, wie das geht. Anschließend einigte er sich mit dem gegnerischen Mannschaftsführer auf einen eigenverantwortlichen Beginn. Mit einer Viertelstunde Verspätung gaben beide die Bretter frei.

Felix vor dem Spielbeginn. Der Ausgang der Partie wird eine erfreuliche Überraschung.

Der eigentliche Matchwinner war Felix. Als Ersatzmann an Brett acht aufgestellt, saß er Michael Burg gegenüber, der mehr als 600 DWZ-Punkte über ihm rangiert. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für Felix war folglich verschwindend gering. Das reichte aber: Schon in der Eröffnung erschnupperte Felix nach dem fehlerhaften Bauernzug c3 seines Gegners einen hübschen Zweizüger, so dass er früh die Qualität einsteckte:

Im 27. Zug gab Michael Burg auf.

Ich hatte währenddessen Glück: Mein Gegner spielte eine mir recht gut bekannte Variante. Es kommt nicht oft vor, dass ich dank Inkrement vor dem zehnten Zug zwei Minuten mehr auf der Uhr habe als vor Spielbeginn. Schon im 13. Zug unterlief meinem Kontrahenten ein Fehler, der mir eine „petite combinaison“ ermöglichte:

Von da an schwebte die Partie fast schwerelos ihrem Ende entgegen. Einfache Züge, leichter Sieg.

Zwar führten wir zu dem Zeitpunkt recht komfortabel 2.5:0,5, doch Jonas stand ausgangs der Eröffnung gruselig.

Hier hat Jonas die Partie  – von einst sechs Bauerneinheiten zu seinen Ungunsten – längst wieder gedreht. Nach wenigen Zügen streicht er den vollen Punkt ein.

Erst ein paar zögerliche Züge seines jungen Gegners brachten ihn zurück ins Spiel. Schließlich rettete er einen Mehrbauern hinüber ins Endspiel und führte sein geliebtes „Moped“ zum Sieg:

Weiß gab sich in obiger Stellung geschlagen, weil er den Bauern auf g5 wegen der drohenden Gabel auf f3 nicht schlagen kann.

Mario hatte seine Gegnerin in der Eröffnung sicher im Griff, doch später entglitt ihm die Partie. Das Ende war so hübsch, dass ich es hier zeige. Denn kurz nachdem Mario fahrlässig einen Bauern auf b5 schlug, überraschte ihn seine Gegnerin mit der Antwort Txh3!. Der schwarze Vorteil explodiert, weil das sofortige Matt sich nur unter Damenopfer abwenden lässt. Mario gab zwei Züge später auf: 

Ich habe den Schluss sogar filmisch festgehalten und Marios Gegnerin mit Erfolg um ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung auf unserer Homepage gebeten. Leider ist die Filmaufnahme missglückt und sehr unscharf. Ich vergaß den Autofokus einzustellen. Vielleicht ist Mario das ganz recht.

Hier ist Mario noch scharf:

Über die weiteren Partien ist zu sagen, dass sowohl unser frischgebackener Rentner Rüdiger als auch Malte gegen stärker eingestufte Gegner erfolgreich den sicheren Remishafen ansteuerten – überzeugender Vortrag.

Rüdiger
Malte

Hier der link zur Tabelle: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=nrw-k1

 

Viererpokal: Werther bezwingt Wadersloh-Diestedde mit 4:0

Brackwede (ehu). Das Aufeinandertreffen war aus meiner Sicht eine ärgerliche Enttäuschung: Nachdem Markus durch Drücken der Uhr gewann, eröffnete  ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Partie frustriert mit dem beknackten Zug h3.

Denn uns beiden fehlten die Gegner. So gewannen wir kampflos, weil das gegnerische Team vom SK Wadersloh-Diestedde kurzfristig nur zu Zweit antrat – ganz vergeblich hatte ich mein Herz-Kreislaufsystem für die eilige Anreise eine Stunde lang auf dem Fahrrad gequält.

Den zwei kampflosen Punkten fügten Jonas und Kalle mit leichter Hand zwei weitere hinzu, so dass  der SK Werther auf Bezirksebene den dritten Platz im Pokal ergatterte. Eigentlich kein Ruhmesblatt, denn in besserer Besetzung eine Runde zuvor hätten wir das Endspiel erreichen können. Immerhin ist der SK so dennoch qualifiziert für die nächste Pokalrunde auf Landesebene.

Jonas zauberte im Spiel um den dritten Platz einen Kurzsieg in nur dreizehn Zügen aufs Brett. Kein Wunder: Ihn trennten von seinem Gegenüber fast 650 DWZ-Punkte. In folgendem Video demonstriert er den Triumph:

Kalle am zweiten Brett tat sich deutlich schwerer, erdrückte aber knapp zwei Stunden später recht ungefährdet die Figuren des Gegners und setzte seinen Gegner matt.

Hier ist seine Stellung mit ihm am Zug und einem Matt in zwei Zügen:

Ende März geht es weiter.

Viererpokal-Halbfinale: Werther verliert, bleibt aber im Wettbewerb

Brackwede (ehu). Der SK Werther hat das Halbfinale im Viererpokal auf OwL-Ebene verloren. Die Begegnung fand eine Woche vor Weihnachten statt, dieser Bericht ist folglich ein Nachtrag. Gleichwohl verdienen die Protagonisten eine schriftliche Verewigung:

In der Mensa der Rudolf-Rempel-Berufsschule spielten wir gegen den Brackweder SK, gleichzeitig trat der Bielefelder SK am selben Ort im parallel ausgetragenen Halbfinale gegen den SC Wadersloh-Diestedde an.

Brackwede bot ein starkes Team auf – Werther nicht. In der Besetzung Ekkehard Hufendiek, Michael Henkemeier, Malte Prochnow und Reinhard Geisler waren wir nominell an allen Brettern unterlegen.

Hacker (links) und Michael grübeln über ihren Stellungen.

Dennoch entwickelten die Partien aus unserer Sicht zunächst vielversprechende Möglichkeiten: Malte zog gegen Daniel Johnen (DWZ 2056) eine Mehrqualität übers Brett, Michael erlangte gegen Norbert Wolf (2007) deutlichen Raumvorteil und ich knöpfte Florian Schreiber (2008) einen Zentralbauern ab. Nur Reinhard musste gegen David Riedel (1992) im Turmendspiel mit einem Minusbauern gegen die drohende Niederlage kämpfen.

Hacker (rechts) gegen David Riedel.

Dann verlor ich in bedauerlicher Rechenschwäche eine Figur und gab vor dem unausweichlichen Matt auf.  Die Hoffnungen ruhten jetzt auf Maltes und Michaels Partien. Leider kamen beide nicht über ein Remis hinaus.

Die Stellung aus dem Foto unten zeigt, wie Malte zwar sein Mehrmaterial sicher verwaltet, aber seine Türme kaum zur Geltung bringen kann – Johnens Läufer sind zu stark. Der Computer ist gelangweilt, er bewertet die Position mit 0,0:

Malte (rechts) presst ein Remis aus der Stellung.

Später gab Malte die Qualität zurück (vielleicht war er auch dazu gezwungen, was ich jedoch nicht mitbekam, weil ich den Spielort verlassen hatte) . Immerhin kämpfte er schließlich in einem verschiedenfarbigen Läuferendspiel erfolgreich um den halben Punkt. Ebenso sicher erspielte Michael das Unentschieden. Zusammen mit Hackers und meiner Niederlage summiert sich das Ergebnis auf eine erwartbare 1:3-Niederlage.

Meiner Rechnung nach wären wir damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Die war aber falsch. Michael hatte die Spielordnung gelesen und wusste es besser: Die glücklosen Halbfinalisten bekommen im Spiel um den dritten Platz eine letzte Chance zum Einzug in die nächste Pokalrunde.

Und so klärt sich die Frage unseres Weiterkommens erst am 28. Januar im kommenden Pokalkampf gegen den SC Wadersloh-Diestedde. Erfreulicherweise haben dafür erstmals einige Spieler der ersten Mannschaft ihre Einsatzbereitschaft verkündet – besser spät als nie. So ist ein Sieg Pflicht, weil die Vorgaben so günstig sind wie selten: Wir werden erstmals im Pokal an allen vier Brettern nominell überlegen sein.

Sieger Bürgerwache-Open 2022: Ekkehard Hufendiek

Bielefeld (ehu). Ich habe das Bürgerwache-Open 2022 gewonnen. Wie eine  Mikrobe prangt mein Name jetzt ganz oben in der Hall of Fame des Bielefelder SK: Einmal Ekkehard Hufendiek, zehnmal Fidemeister Martin Forchert:

Im Foto unten nehme ich gerade die Glückwünsche des Bielefelder Kassierers Ralf Danielmeier (r.) entgegen, der mir den Geldpreis in einem Briefumschlag aushändigt. Ich sage ihm, dass ich auf das Geld verzichte und mich stattdessen mit einem Auto als Sachpreis zufrieden gebe. Er drückt mir trotzdem das Geld in die Hand.

(Foto: Martin Forchert)

Wie habe ich das Turnier gewonnen? Sensationell. So zumindest wertet Ralf Danielmeier meinen Erfolg. Hier ist die entscheidende Stellung meines Schlussrundensieges mit Weiß gegen Heinz Upmann:

Dg7 gewinnt, denn der schwarze Turm ist angegriffen und der Bauer f6 wird fallen, womit die schwarze Königsstellung endgültig auseinanderfällt.

Nach vier weiteren Zügen drohte ich unabwendbar Matt und die Partie war beendet. Danach beobachtete ich die Züge meiner zwei Mitbewerber um den Turniersieg: Herbert Kruse und Nelson Bartsch. Beide standen lange auf Verlust, retteten ihre Stellungen aber ins Unentschieden. So fühle ich mich zwar als glücklichen aber verdienten Sieger.

Tatsächlich ist eine größere Sensation als mein Turniersieg der zweite Platz des Setzlistenvorletzten (!) Nelson Bartsch: Mit einer DWZ von 1235 angetreten, verlor Bartsch nur die erste Runde gegen Michael Burg. Danach gewann er kampflos gegen Heinz Upmann, besiegte mich, besiegte Karsten Ebert und besiegte den haushohen Favoriten Herbert Kruse (TWZ 2204). Nach zwei Unentschieden in den Schlussrunden kam er letztlich ebenfalls auf fünf Punkte. Doch die Fortschrittswertung sprach klar für mich. Noch ein paar Erfolge mehr und die Mitglieder des SK Werther werden mich wieder siezen müssen. Hier ist die Abschlusstabelle:

Bürgerwache-Open 2022

Rangliste:  Stand nach der 7. Runde
Rang Teilnehmer Titel TWZ At Verein/Ort Land S R V Punkte PktSu Buchh
1. Hufendiek,Ekkehar 1929 Schachklub Wert GER 5 0 2 5.0 21.0 27.0
2. Bartsch,Nelson 1235 Bielefelder Sch GER 4 2 1 5.0 19.5 28.0
3. Ebert,Karsten 1934 Bielefelder Sch GER 5 0 2 5.0 18.0 21.5
4. Kruse,Herbert 2204 ohne Verein GER 4 1 2 4.5 20.5 24.0
5. Nolte,Jörg 1458 TuS Brake von 1 GER 4 1 2 4.5 16.0 20.5
6. Döring,Carsten 2067 Bielefelder Sch GER 3 2 2 4.0 16.5 27.0
7. Ott,Lukas 1468 Bielefelder Sch GER 4 0 3 4.0 16.0 22.5
8. Burg,Michael 1944 Bielefelder Sch GER 3 2 2 4.0 15.5 29.5
9. Upmann,Heinz 1600 ohne Verein GER 3 0 4 3.0 11.0 21.0
10. Bodenstein,Britta 1282 W Bielefelder Sch GER 2 0 5 2.0 7.0 21.0
11. Schoenen,Mercedes W Bielefelder Sch 1 0 6 1.0 7.0 24.0

 

 

Viererpokal-OWL-Viertelfinale: SK Werther – Rhedaer SV 2:2

Werther (ehu). Gleichstand im Viererpokal-Pokal-Viertelfinale auf OWL Ebene. Gegen den Rhedaer SV kam die Wertheraner Auswahl Ekkehard Hufendiek, Michael Henkemeier, Malte Prochnow und Reinhard Geisler nicht über ein 2:2 hinaus.

Wir mussten das Weiterkommen auslosen, was irgendwie unbefriedigend ist.  Der Rhedaer Kapitän Andreas Schneider wählte Zahl, Michael warf Adler.

Michael gewann zuvor kampflos gegen Markus Otto und studierte anschließend ausgiebig die Betriebsanleitung einer Digital-Uhr.

Dann nahm er völlig gelangweilt eine Uhr in die Hand und drückte mehrfach immer wieder die Wippe rauf und runter – wie ein  Baby ohne Verstand. Doch dank seinem Erscheinen führten wir mit 1:0.

Leider war abzusehen, dass ich gegen FM Bogdan Bilovil (DWZ 2400) den Punkt wohl abgeben werde.

Relativ gut gespielt habe ich trotzdem. Kurz vor Schluss wertet die Maschine meine Stellung sogar noch als ausgeglichen. Doch genau an diesem Punkt, beging ich den entscheidenden Fehler und schlug zwei Bauern am Damenflügel, in der Hoffnung, mein König könne über g4 flüchten – mitnichten:

Der Zug f5 nahm das erhoffte Fluchtfeld aus der Stellung und ich hätte das zweizügige Matt nur unter Damenopfer hinauszögern können – also gab ich auf.

Zuvor hatte Malte aus schlechter Stellung heraus gewonnen. Keine Ahnung wie, denn sowohl er als auch seine Gegnerin Kirsten Bünte lehnten die Herausgabe des Partieformulares ausdrücklich ab. Hier ist ein Foto von Malte, als seine Partie noch ganz ordentlich aussah:

Jetzt stand es 2:1 für uns. Um den zum Greifen nahen Sieg zu holen, war folglich unser Ehrenmitglied Reinhard Geisler mit Weiß gegen Andreas Schneider gefordert. Hacker erspielte sich eine starke Stellung mit einem Monster-Vorposten-Springer. Doch der gegnerische Läufer beherrschte die schwarzen Felder. Immerhin hätte uns ein Unentschieden gereicht. „So eine Stellung gibt man nicht Remis“, sagte Hacker aber und beging zum Schluss  einen fatalen Fehler, als er seinen Springer vom Läufer fesseln ließ, zudem noch d4 zog und so den Turm verlor – zwei Züge zuvor war die Stellung noch völlig ausgeglichen:

Durch Michaels glücklichen Münzwurf hat sich der SK Werther jetzt für das Viererpokal-Halbfinale gegen den SV Brackwede am 17. Dezember qualifiziert.

NRW-Klasse, 4. Spieltag: SK Werther – SC Steinfurt 7,5:0,5

 

Werther (ehu). Kalle ist ein Trottel. Das darf ich so schreiben. Die Erlaubnis kam von ihm persönlich in seiner Funktion als Präsident unseres Schachklubs: „Du kannst schreiben: ‚Ich bin ein Trottel‘.“

Der Grund seiner Aussage liegt auf der Hand. Denn fast hätten wir ein sauberes 8:0 erspielt. Aber nein, der linksgrün-versiffte Gutmensch tanzte aus der Reihe und produzierte nur ein Remis.

Beim Abbau nach dem Kampf stellte er außerdem sein Auto in die Feuerwehreinfahrt des Hauses Werther und kassierte dafür eine Abmahnung des netten Hausmeisters: „Ich kann euch aufschreiben, das wisst ihr.“ Er schrieb uns aber gar nicht auf, weil Kalle einfach wegfuhr. Also notierte ich Kalles Kennzeichen – die Anzeige geht auf jeden Fall raus.

Unseren Kantersieg eröffnete der Meister des rücksichtsvollen Delegierens: Einer-müsste-mal-Rüdiger überspielte seine Gegnerin schon in der Eröffnung und kam anschließend zu einem unwiderstehlichen Königsangriff.

Dabei verpasste er allerdings ein klassisches Läuferopfer: Sieben Bauerneinheiten Vorteil zeigt die Maschine an:

Nimmt der König den Läufer auf h7, folgt der Bauernvorstoß g5 und der Springer darf nicht ziehen, weil sonst die schwarze Dame flöten geht.

Fünf Züge später verpasste er eine zweite Gelegenheit zu einem durchschlagenden Opfer und zog vorsichtig Df2 statt Txh7 mit Schach :

Wenn Weiß den Turm nimmt, kommt der Weiße laut Computer in zehn Zügen zum Matt. Aber Rüdigers Angriff war auch ohne Opferwendung äußerst kräftig und recht hübsch anzusehen. Ja, ich würde sagen, er hat sich den Schönheitspreis verdient.

Danach vereinbarte Kalle im 35. Zug Remis – die Anzeige geht auf jeden Fall raus -, bevor Jonas in gewohnt riskanter Weise den vollen Punkt einsackte.

Ich soll ja nichts über unsere Eröffnungen schreiben, damit unsere Gegner es nicht zu leicht haben mit ihrer Vorbereitung. Aber dieses Mal ist mir Jonas‘ beknackter erster Zug ein Diagramm wert – der sei, so sagte Jonas, eine Reminiszenz an den kürzlich verstorbenen Engländer und Eröffnungsaußenseiter Michael Basman:

Jonas erreichte nichts damit, hielt jedoch das taktische Wirrwarr so gut es ging aufrecht. Dem Steinfurter klebte der Gewinn lange auf der Kelle und er hätte mit dem Läufereinschlag auf g2 den Sack zumachen können: 

Stattdessen schien er zaubern zu wollen und verfiel auf die Idee, seinen Turm nach e2 vorzurücken. Er ließ damit seine Dame ungedeckt, um Jonas‘ König mit einem Turmschach in die Ecke zu zwängen. Wenn’s nicht matt wird, so wird’s wenigstens Remis, wird er sich wohl gedacht haben. Der Computer sackt zusammen.

Es folgte: 34.Qxa7 Rxg2+ 35.Kh1 Ree2 36.Qa8+ Kf7 37.Rxb7+ Kg6 38.Rxg7+ Kxg7 39. Qxd5 Rg3 40.Rg1 und Schwarz gab auf – Schwein gehabt. Jonas kam übrigens mit dem Fahrrad angeradelt. Kennt jemand sein Auto-Kennzeichen?

Danach rannte Mario mit den schwarzen Schwerfiguren unermüdlich gegen eine starke Steinfurter Festung an.

Marios Vorteil erreichte zwischenzeitlich zwar vier Bauerneinheiten, verpuffte später allerdings komplett. Erst mit dem Erreichen der Zeitkontrolle im 40.Zug unterlief seinem Gegner ein fataler Bock: Ta2 und die Partie war zugunsten Marios entschieden:

Zwischendurch war Mario Hauptdarsteller einer kleinen Anekdote, die er mit dem Schiedsrichter Christian Jackl durchlebte: Als Mario zur Toilette gehen und den Turniersaal verlassen wollte, wies ihn Jackl wohl zurecht darauf hin, dass das nicht erlaubt sei, weil Mario am Zug sei. Der Schiedsrichter zitierte die entsprechende Ziffer zur Vorschrift, woraufhin Mario bewundernd entgegnete: „Du kennst die Regeln aber genau!“ Dann fügte er tatsächlich, wohl mit einem Fünkchen Hoffnung das stille Örtchen doch zu erreichen, die wunderliche Frage an: „Willst du mitkommen?“ „Nein“. Und so setzte er sich gefügig zurück ans Brett.

Jan am Spitzenbrett erspielte sich einen soliden Vorteil, tat sich aber schwer damit, den Vorteil auszubauen. Der Steinfurter Theo Rieke verteidigte sich zäh.

Erst als Jan im Endspiel unausweichlich einen Bauern gewinnen konnte, gab sich Rieke geschlagen. Nach so viel zähem Widerstand ein wenig früh für meinen Geschmack. Hier ist die Schlussstellung, nachdem Jan die Deckung des Bauern blockiert hat und zudem die Fesselung des weißen Läufers eine neuerliche Deckung verhindert – der a-Bauer ist futsch:

Marko am dritten Brett wehrte sich tapfer gegen einen Königsangriff, überstand die erste Welle des Angriffs, spuckte in der zweiten die Qualität für zwei Bauern – und konterte.

Im 43. Zug eroberte er mit einem klassischen Doppelangriff die Qualität zurück und stand mit zwei Mehrbauern da – sein Gegner gab auf.

Ich gewann als Vorletzter. Mit großer Mühe und etwas glücklich. Zwar kam ich ganz gut aus der Eröffnung und schien einen einfachen Plan zu verfolgen, doch mein Gegner klemmte meinen Läufer ab. So sah ich mich gezwungen, den Läufer für drei Bauern zu geben: „Völlig unnötig“, befand mein Gegner später in der Analyse und hatte recht damit. Doch mir glückte die Renaissance. Nach meinem Zug Tc5, der den Läufer erobert, gab mein Gegner auf:

Leider gibt’s wieder kein Bild von mir. Hier ist wenigstens eine Zeichnung meines Cousins Til Mette, die zeigt, wie ich die Geschehnisse der Welt vermutlich in zwanzig Jahren kommentieren werde:

Den Schlusspunkt setzte Markus. Ich habe sein Endspiel am Brett verfolgt. Er kratzte sich gerade am Kopf, als er mit vier gegen drei Bauern an einem Flügel den Gewinnweg suchte.

Weil sein Turm den gegnerischen König abklemmte, seine Bauern schon ein wenig vorgeprescht waren und sein König unbedrängt nach vorne marschieren konnte, brauchte er nicht lange zu kratzen. Hier ist sein Stellungsbild kurz vor dem Ende der Partie. Mit dem Hebel h4! leitete er den verdienten Sieg ein:

Der Mannschafts-Erfolg katapultiert uns zurück ins Mittelfeld der Liga, wo wir vermutlich hingehören. Der nächste Kampf ist erst am 19. Februar gegen die zweite Mannschaft des Bielefelder SK. Hier ist der Link zur Tabelle der NRW-Klasse: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2022/4319/tabelle/

 

 

 

NRW-Klasse, 3. Spieltag: Schach Nienberge – SK Werther 5,5:2,5

Nienberge (ehu). Es kommt selten vor, dass wir ohne einen einzigen Bretterfolg die Heimfahrt antreten. In Nienberge – mitten in Münster – kam es dazu. Abgesehen vom kampflosen Punkt Markos. Sein Gegner fiel krankheitsbedingt aus. Deswegen schlenderte Marko zunächst im Spielsaal an den Brettern vorbei und blätterte später in einer Zeitung herum.

Sowohl unser ärmliches Schach als auch der Text schienen ihn nicht zu fesseln – was ich gut verstehen kann. Und so fuhr er die 100 Kilometer nach kaum eineinhalb Stunden Aufenthalt gelangweilt wieder nach Hause – aber immerhin mit einem vollen Punkt in der Tasche.

Ich trat die Heimreise kurz nach ihm an – ohne Punkt: Die Fahrt im Auto dauerte länger als meine Partie. Als ich meine Dame widerwillig für den gegnerischen Turm, einen Springer und einen Bauern aufgeben musste, war meine Stellung längst hinüber. Später flog auch noch mein Läufer vom Brett. Mein Gegner spielte deutlich besser als ich. Das Diagramm unten zeigt den letzten Zug der Partie. Ich hätte vorher schon die Waffen strecken können, aber wie das so ist im Dienste der Mannschaft …

Dazu muss man sagen, dass Nienberge in Bestbesetzung antrat, während wir auf Kalle und Rüdiger verzichten mussten. Der eine grübelte bei der Mannschaftseuropameisterschaft der Senioren in Dresden am Brett für ein  Bielefelder Team, der andere grübelte in einer Halle vor den Hebeln irgendeiner Maschine und besserte minimalst seine künftige Rente auf.

Nach meiner frühen Niederlage fotografierte ich schnell noch die Stellungen meiner Kameraden, wartete aber nicht wie sonst das Ende ihrer Partien ab, denn ich parkte im Halteverbot. Das verhinderte zwar einerseits eine ausführliche Analyse, verkürzte aber andererseits exorbitant die Arbeit an diesem Bericht. Hier die Fotos:

Jan: Remis an Brett 1Jonas: Remis an Brett 2Markus: Remis an Brett 4Mario verlor an Brett 5Michael verlor an Brett 7Hacker verlor an Brett 8

So richtig gut stand zu dem Zeitpunkt der Fotos  – zumindest nach meinem oberflächlichen Eindruck – keiner von uns.

Durch die Niederlage sind wir vorerst abgestürzt auf einen Abstiegsplatz. Hier der Link zur Tabelle: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2022/4319/

 

NRW-Klasse 2. Spieltag: SK Werther – SG Kirchlengern 6:2

Werther (ehu). „Ohne Jonas läuft’s besser“, sagte Marko nach dem deutlichen Sieg im Scherz. Tatsächlich dominierten wir die Begegnung gegen die SG Kirchlengern auch ohne unseren letztjährigen Highscore-Vertreter. Nur am ersten Brett knickte Jan ein, dessen Gegner und Schachstreamer Maurice Gulatz sich anscheinend besser vorbereitet hatte als unser Spitzenmann. In der Stellung auf dem Foto ist Jans Stellung schon kollabiert. Maurice Gulatz beendet die Partie mit einer sehenswerten Kombination, die er einleitete mit dem Zug Tc6.

Mit einem hübschen Damenopfer knöpfte er Jan anschließend eine Figur ab:

Gulatz‘ Analyse ist auf youtube zu finden, die ich hier gerne verlinke, weil sie recht gut und kurzweilig ist: https://www.youtube.com/watch?v=naNQi1vlUQ4

An allen anderen Brettern standen wir besser, aussichtsreich oder sogar auf Gewinn.

So schlug ich am sechsten Brett mit meinem Läufer schon in der Eröffnung mit Schach auf f7 ein, gewann so einen Bauern und verhinderte die Rochade . Nach einigen schlechten Zügen beiderseits bekam ich ein vierzügiges Matt aufs Brett und turnte endlich mal als Erster vor Freude im Flic-Flac durch den Spielsaal. In folgender Stellung  gab mein Gegner am Zug auf:

Marko kam am zweiten Brett ebenfalls auf der Diagonale a2-g8 zum Zug. Er schlug im elften Zug mit Läufer und Springer auf e6 ein: 

Marko ist im Übrigen einer der Wenigen – wenn nicht sogar der Einzige -, der treu am SK Werther-T-Shirt festhält und es wie ein Trikot zu jedem Mannschaftskampf überstreift
– sehr vorbildlich.

Für die Leichtfiguren erhielt er einen Turm und zwei Bauern. Das entschied die Partie zwar noch nicht, doch übersah sein Gegner später einen Bauernvorstoß Markos, der den leichten weißen Vorteil nahezu uneinholbar vergrößerte.  Hier ist die entscheidende Stellung:

Kalle überspielte währenddessen Benjamin Knollmann am vierten Brett im Endspiel.

Mit einem Mehrbauern als Trumpf zog er lehrbuchartig seine einfachen Soldaten zunächst auf die farblich entgegengesetzten Felder seines Läufers – Harmonie pur. Dann drang er mit dem Turm vor und verschaffte sich nach dem Schwerfigurentausch einen gedeckten Freibauern. Der restliche Gewinnweg verlangter nur Geduld und Ruhe – Kalles Spezialität, wenn er seine Nerven zuvor mit ausreichend Nikotin abgetötet hat. Hier ist seine Schlussstellung nach seinem kryptischen Rückzug nach c5. Ich weiß zwar nicht, warum er mit seinem Monarchen Richtung Heimat spaziert, aber neun Bauerneinheiten Vorteil zeigt der Computer an:

Bei Markus lief es ebenfalls wie am Schnürchen: Nach einem Qaulitätseinsteller seines Gegners marschierte er mit zwei verbundenen Freibauern unaufhaltsam den fernen Umwandlungsfeldern entgegen. Mit dem niedlichen Vorstoß b7 beendete er die Partie im 41. Zug. 36 Bauerneinheiten Vorteil zeigt die Maschine an – mehr geht kaum:

Ein weiterer schöner Sieg gelang Mario am fünften Brett:

Marios Notation konnte ich allerdings an der entscheidenden Stelle nicht entziffern. Es war jedenfalls ein ziemlich wildes Endspiel mit jeweils zwei Türmen und zwei komischen Springern – neben dem Brett habe ich schon nicht richtig durchgeblickt, die kryptische Notation half da auch nicht weiter. Hier ist immerhin das Schlussbild nach Marios Te6 mit Fesselung des Springers:

Unsere generationenübergreifenden Ersatzspieler, Hacker und Kasper, haben außerdem noch zwei Unentschieden beigesteuert. Wobei Hacker recht unglücklich knapp den verdienten Sieg verpasste: Denn ausgangs der Eröffnung erhöhte er mit geschickten Manövern seinen Vorteil bis auf mehr als vier Bauerneinheiten. Im 24. Zug jedoch unterlief ihm ein krasser Fehler:

Er schlug den schwarzen Läufer mit dem Turm. Sein Vorteil sackte ab ins Minus. Den richtigen Gewinnweg hätte die Dame mit einem Rückzug nach e2 beschritten. Zum Glück rettete Hackers Erfahrung zumindest den halben Punkt.

 

Hier ist der link zur aktuellen Tabelle:https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2022/4319/tabelle/

 

Schachliches Kuriosum

Kiel (ehu). Ende Juli 2022 habe ich beim 34. Kieler-Open mitgespielt. Das erhoffte gute Resultat blieb aus. Nach neun Runden landete ich abgeschlagen auf dem 55. Platz. 17 DWZ- und 30 Elo-Punkte sind futsch. Eigentlich wäre mir das keinen Bericht wert gewesen, doch ein schachliches Kuriosum in der vierten Runde ereignete sich, das ich so noch nie am Brett erlebt habe:

Ich spielte Königsindisch, und zwar sehr schlecht. Mein Gegner (DWZ 1746) nagelte mich aus der Eröffnung heraus an die Wand, knöpfte mir mit seinem Springer eine Qualität ab und drohte unabwendbar meinen zweiten Turm vom Brett zu nehmen – ich stand total breit.  In folgender Stellung hatte ich meine Dame aus den Fängen des Springers entfernt und sie von e8 nach c6 beordert:

Plötzlich lächelte mein Gegner in sich hinein und zog seinen Springer irregulär von c7 nach e7.  Damit zauberte er eine unparierbare Springergabel  aufs Brett mit Schach und Damenverlust!

Ich war merklich verdaddert, wollte aufgeben, bemerkte den Fehler und stotterte ein wenig ungeschickt: „Das, das ist ein irregulärer Zug“. Dabei rückte ich seinen Springer auf sein Ausgangsfeld zurück.

Mein Gegner entschuldigte sich und nahm stattdessen die zweite Qualität. Der weiße Vorteil liegt auch ohne Springergabel bei 7,2 Bauerneinheiten. Von nun an jedoch spielte der Weiße fast nur noch rückwärts. Wenig später verlor er sogar komplett den Faden. Hier ist die Stellung vor meinem Schlusszug Dxd3!:

Als er aufgab, schüttelte er seinen Kopf und entfernte sich wortlos. Gemeinsame Analyse – Fehlanzeige.