Werther (ehu). Es war laut, wild und lehrreich. 34 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren nahmen an der Erstausgabe des Paulchen-Pokals teil. Sie sagten Schachgebote an, notierten Ergebnisse falsch und beantworteten Züge à tempo.
Eine Medaille für jedes Kind. Nur die drei vom Orga-Team in der hinteren Reihe sind leer ausgegangen.
Einmal sogar musste die Turnierleitung den Start der ausgelosten Runde abbrechen und erneut auslosen – inklusive aller papierenen Ausdrucke. Mein erstes Schachbuch gab mir folgenden geistreichen Tipp: „Sitz auf deinen Händen!“
Die Idee zum Paulchen-Pokal geht zurück auf unsere umtriebige Jugendabteilung um Insa Schwittay, Joschua Ruschhaupt und Jonas Stampehl. Michael raunte mir zwischenzeitlich zu, dass ich die drei besonders loben solle. Denn, falls es mir nicht selbst auffallen würde, haben sie das Turnier sehr gut über die Bühne gebracht. Das versicherte er mir mit Nachdruck.
Gewonnen hat Elias Eickhoff vom SC Mohnheim/Baumbach mit acht Punkten, vor Henrik Siebeneck und Maxim Vladimirschi mit jeweils sieben Punkten (beide Bielefelder SK). Bestes Mädchen ist Annelie Goedeke vom Rhedaer SV:
Maxim Vladimirschi (v.l., 3.), Elias Eickhoff (1.), Henrik Siebeneck (2.) und Annelie Goedeke (bestes Mädchen).
Und hier noch ein paar Fotos von den Kindern an den Brettern:
Sabrin Kanina vom Rhedaer SV.Fiete Büttner vom Bielefelder SK.Matt: Oscar Peter Albertz – Sabrin Kanina 1:0.Theon Eschenbach vom Bielefelder SK.Gregor Bunte vom Bielefelder SK.Marean Weige – Gregor Bunte 0,5:0,5.Der Sieger: Elias Eickhoff.Henrik Schwittay rückt seinem Gegner mit der Dame auf die Pelle.Jona Balke vom SKWerther greift zum König und schnappt sich einen weißen Bauern – er gewinnt.Marean Weige vom Brackweder SK isst einen Apfel und spielt Remis.
Werther (ehu). Ilja Schneider hat seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholt. Der Internationale Meister aus Hannover gewinnt mit acht Punkten aus neun Runden zum zweiten Mal in Folge das Schnellschachturnier des SK Werther und nimmt für den Turniersieg 250 Euro mit nach Hause.
IM Ilja Schneider gewinnt den Paul-Sahrhage-Pokal mit acht Punkten aus neun Runden.
Punktgleich Zweiter wird Lokalmatador Jonas Freiberger vom ausrichtenden Schachklub Werther, eineinhalb Punkte vor dem Drittplatzierten Ilija Jonas Kettler vom NRW-Ligisten SG Bünde:
Die drei Erstplatzierten: Jonas Freiberger (v.l., 2.), Ilja Schneider (1.) und Ilija Jonas Kettler (3.).
Ilja Schneider spielt mit einer aktuellen Elozahl von 2407 Punkten für die Schachfreunde Berlin in der Bundesliga und ist ein ausgewiesener Blitz- und Schnellschachexperte. Der 41-Jährige gilt als einer der besten Kaffeehausspieler Deutschlands.
Bei der sechsten Ausgabe des Paul-Sahrhage-Pokals führt er das Teilnehmerfeld mit Abstand an. Nur gegen Ilija Jonas Kettler (2178) in der vierten Runde und gegen den Meisterkandidat und Setzlistenzweiten Frank Bellers (2219) in der sechsten Runde gibt er jeweils einen halben Punkt ab. In der Schlussrunde gelingt ihm ein hübsches Turm-Springer-Matt – ein arabisches Matt. Dazu zeigt er im kurzen Videoschnipsel die Schlusssequenz und erklärt sie zur leichten „Spielerei“ – „Hier gewinnt jeder Zug!“:
„Es war ein gutes Turnier“, sagt Schneider im Anschluss. Doch wäre er nach eigener Angabe gerne auf stärkere Gegnerschaft getroffen. Die aber gab das Teilnehmerfeld nicht her. Tatsächlich ist das Schnellschachturnier im Vergleich zu den Vorjahren eher schwach besetzt: Nur fünf Spieler von insgesamt 36 weisen eine Elozahl jenseits der 2000 auf – leichte Beute für den Favoriten.
Hier der Endstand der zehn Bestplatzierten als Screenshot:
Und hier zahlreiche Fotos mehrerer Teilnehmer in Aktion:
CM Frank Bellers – IM Ilja Schneider 0,5:0,5Berkan Arslan – WFM Lisa Sickmann 0:1. Die 16-jährige Kaderspielerin holt am Ende einen der zwei Ratingpreise.Anton Büttner – Stephan Grochtmann 0:1. Grochti vom Gütersloher SV bezeichnet sich als „B-Gruppen-Jepischin“ des Schloss-Opens, weil er ähnlich wie der ehemalige Weltklassegroßmeister mehrfach gewann. Die Eröffnung läuft gut für unseren Spitzenspieler Jonas Freiberger. Ilja Schneider gerät ins Grübeln und lässt seine Zeit bis auf eineinhalb Minuten ablaufen. Das reicht dem IM, um zu gewinnen.Stammgast Werner Fechner (1870) hat die ersten fünf Minuten der fünften Runde versäumt. Trotzdem siegt er gegen Leandro Kindt (1447) vom SK Werther und wird am Ende guter Neunter. Manfred Fechner.Kirsten Bünte (1907) vom Rhedaer SV spielt von Jahr zu Jahr stärker. In der Schlussrunde kämpft sie am ersten Brett gegen Ilja Schneider um einen Treppchenplatz. Am Ende landet sie auf Platz acht. WFM Lisa Sickmann – Ilija Jonas Kettler 0:1. Kirsten Bünte – Adam Popkiewicz 1:0. Nico Benjamin Glatt vom SK Stukenbrock.Berkan Arslan vom Brackweder SK.Zu seinem Unglück hat Stefan Bauer vom SK Werther seinen Gegner Leon Weber vom SK Halle soeben patt gesetzt. Dazu das Diagramm mit Weiß am Zug:Martin Hauke vom SK Werther.Jonathan Groß vom Bielefelder SK.Blick in den Spielsaal zum Auftakt der Schlussrunde.Jonas führt eine Gewinnstellung vor. Jonathan Groß – Pascal Bringer 0:1. Im Foto rückt Jonathan eine Figur zurecht. Leon Weber vom SK Halle spielt das zweite Turnier seines Lebens.Anton Büttner vom Bielefelder SK.Jonas steht gegen Grochti in der Vorschlussrunde zwischenzeitlich auf Verlust. Am Ende bezwingt er den Gütersloher recht glücklich mit einer Springergabel. Die letzte Partie des Turniers: Niko-Nareg Boyagian (1957) – Werner Fechner (1870) 0:1. Der Pokal in voller Pracht.
Stukenbrock (ehu). Sieg zum Saisonstart: 5:3 haben wir auswärts gegen den SK Stukenbrock gewonnen – und das ziemlich souverän.
Volker gewinnt früh. Schon nach neun Zügen steht er am fünften Brett mit Weiß auf Gewinn:
Der weiße Bauer schlägt gleich mit Schach auf f7 und versetzt dem König eine todbringende Wunde.
Im 13. Zug droht Volker indirekt – würde sein Bauer auf e6 geschlagen – die schwarze Damen zu gewinnen. Verzweifelt empfiehlt der Computer daher dem Schwarzen die lange Rochade.
Der Stukenbrocker rettet stattdessen seinen Läufer. Den Vorteil von 6,5 Bauerneinheiten verwertet unser Mann problemlos. Hier ist das passende Diagramm mit Volkers Riesenbauern auf e6 und Schwarz am Zug:
Volker Meise – Jonah-Maxim Klassen 1:0.
Wenig später einigt sich Ralf am dritten Brett mit seinem Gegner auf Remis.
Kurz darauf erzielen die Stukenbrocker am siebten Brett den 1,5:1,5-Ausgleich, weil Jonas in der Eröffnung patzt:
Jonas Stampehl – Jan Blome 0:1.
Mit Weiß kämpft er im obigen Foto vergeblich gegen einen weit vorgerückten schwarzen Bauern auf d3. Der lässt sich jedoch nicht entfernen. Das bricht Jonas‘ König letztlich das Genick.
Ilya ist am achten Brett Mitwirkender einer merkwürdigen Partie. Er stellt seinen Läufer ein, er stellt seinen Turm ein, und er gewinnt dennoch. Denn am Ende baut sein Gegner mit drei krassen Fehlern in Folge ein Hilfsmatt:
Ab dem 18. Zug, kurz bevor Ilya seinen Läufer einstellt, verläuft die Partei sehr kurios:
Kevin stolpert am vierten Brett zum Sieg:
Im 34. Zug verpasst er mit Schwarz am Zug eine hübsche, zweizügige Kombination:
Dxh3! gxh3, Sg3matt – das wär’s gewesen. Kevin zog stattdessen Dh4 und gewann später.
Mario am zweiten Brett wird seinen Ausflug von der ersten in die zweite Mannschaft genossen haben: Er überspielt seinen Gegner mit Schwarz in scheinbar lockerer Leichtigkeit.
Bastian Fritsch – Mario Ortpaul 0:1.
Sein Gegner sucht sein Glück währenddessen im Damenfang. Doch den lässt Mario nicht zu. Der Chart zeigt den einseitigen Partieverlauf. Beim Nachspielen wird deutlich, wie cool Mario dem Damenfang ausweicht:
Am Spitzenbrett gebe ich meinem Gegner durch lässiges Zurechtrücken der Figuren zu verstehen, dass ich aus der NRW-Klasse komme, OWL-Meister war und viel zu gut für diese läppische Liga bin. Nach weniger als zehn Zügen verliere ich in der Eröffnung einen Zentralbauern und stehe total auf Verlust. Zwar kämpfe ich mich zurück, doch Hybris ist mein ewiger Begleiter. Zwei Remisangebote lehne ich ab, bevor ich die Figuren nach dem Partieverlust geläutert wieder zurechtrücke.
Meine Unachtsamkeit im neunten Zug ist krass, mein Blackout im 35. Zug ist krasser: Beide Male geht mir ein Bauer verloren. In der Blackout-Stellung denke ich zuerst über den groben „Trick“ Tg5 nach, den ich sogar noch in der Analyse für siegbringend halte. Schließlich bevorzuge ich in der Partie das leichte „Bauern-Durchbringmanöver“ Sh5+ und rechne mit der Aufgabe meines Gegners – ein naiver Klops. Sowas passiert sonst immer nur Michael. Hier ist die Partie unkommentiert:
Erst eine auf Holz gedruckte Bildfolge von Erich Ohser (1903-1944), die beim SK Stukenbrock an der Wand hängt, versöhnt mich wieder mit meiner Hybris:
Während unser Sieg längst feststeht, spielt Insa am sechsten Brett die letzte Partie des Tages:
Elias Lipinski – Insa Schwittay 0,5:0,5.
Sie kämpft ums Remis. Kurz vor Schluss mit Schwarz am Zug schiebt sie ihren Monarchen von Oppositionsfeld zu Oppositionsfeld und sichert so im Spaziergang den halben Punkt:
Die Tabelle nach dem ersten Spieltag sieht vielversprechend aus:
Werther (ehu). Michael hat das Turnier dankenswerterweise kurzfristig ins Leben gerufen – ohne Ausschreibung auf unserer Homepage. Es fand an drei Vereinsabenden im Juni und Juli statt.
Mit dem Turniernamen tue ich mich schwer: „The Winner takes all“. Warum ein englischer Name? Noch dazu will ich wegen des einstigen Abba-Hits automatisch ein „it“ einfügen. Aber das Ding ist bei seiner Erstausgabe gut angekommen.
18 Spieler und Spielerinnen meldeten sich an. Besonders erfreulich am neuen Turnierformat war die Teilnahme mehrerer Auswärtiger: Friedhelm Becker vom Bielefelder Schachklub, Nico Benjamin Glatt vom Schachklub Stukenbrock, Leif-Jona Borgstädt vom Bielefelder Schachklub, Benjamin Jahn vom Schachklub Halle, Joachim Büthe vom Ratzeburger SC Inselspringer und Eckhard Bohlmann vom TSV Riemsloh brachten Leben ins Storck-Haus.
Modus: 90 Minuten für 40 Züge plus Inkrement. Vier Spieler pro Gruppe kämpften um den Gruppensieg und jeweils 40 Euro Preisgeld. Nur in der untersten D-Gruppe gab es sechs Teilnehmer.
Rebecca hätte mich zum Zeitpunkt der Aufnahme mit dem schwarzen Zug Db4! in Nachteil bringen können. Doch vermutlich lenkte sie das Fotografieren ab. Am Ende entkam ich glücklich ins Remis.
Friedhelm Becker gewann die A-Gruppe. Er schlug schon in der ersten Runde den Favoriten Jonas Freiberger und setzte sich nach drei gespielten Runden schließlich verdient an die Spitze. Werthers Neuzugang Rebecca ließ mehrere gute Möglichkeiten aus und wurde Dritte. Ich landete auf dem vierten und letzten Platz.
Friedhelm Becker – Jonas Freiberger 1:0.
A-Gruppe:
Die B-Gruppe gewann der Initiator des Turniers, Michael Henkemeier.
Michael Henkemeier – Kevin Deniz 1:0. Nico Benjamin Glatt verlor keine Partie und wurde Zweiter der B-Gruppe.
Hamm (ehu). Wir haben die Saison mit einer Niederlage beendet. Trotzdem schließen wir auf dem dritten Tabellenplatz ab. Wer hätte das vor der Saison gedacht? „Das ist eigentlich eine Sensation“, sagt Marko auf der Rückfahrt im Auto zu mir und ich pflichte bei.
Wie unglücklich ein Saisonende sein kann, sieht man beim Blick auf den SC Hansa Dortmund: Nur wegen der Niederlage im direkten Vergleich muss Hansa Dortmund und nicht SV Meschede die Landesebene verlassen. Und ich dachte bis dahin, 8 Punkte würden reichen zum Klassenerhalt. In der NRW-Klasse 3 ist der Krefelder SK Turm II laut Markus sogar mit neun Mannschaftspunkten abgestiegen – unglaublich.
Unsere Einzelbilanzen können sich sehen lassen. Neunmal kämpften Mario und ich an den Brettern, womit wir den Treuepokal teilen. Achtmal spielten Jonas, Jan, Marko und Malte. Sechsmal spielte Markus, und nur dreimal Florian.
Die Rangliste der Ratingperformance unserer Stammacht sieht so aus: 1. Markus (2247), 2. Jonas (2208), 3. Marko (2130), 4. Jan (2058), 5. Ekki (2042), 6. Mario (1890), 7. Malte (1738) und 8. Florian (-).
Die Wertung nach ergatterten Punkten führe ich an: 1. Ekki (5 aus 9), 2. Jonas und Marko (je 4,5 aus 8) sowie Markus (4,5 aus 6), 5. Jan (3,5 aus 8), 6. Mario (3 aus 9), 7. Malte (2,5 aus 8) und 8. Florian (1,5 aus 3).
In mein Gedächtnis haben sich folgende Highlights eingebrannt: 1. der Einsatz und Sieg unserer Ersatzfrau Insa am sechsten Spieltag, 2. Jonas‘ Sieg gegen IM Vyacheslav Klyuner (Elo 2427) am siebten Spieltag, 3. mein hübscher Erfolg gegen FM Manuel Dargel am dritten Spieltag, 4. Markos hübsches Damenopfer am sechsten Spieltag gegen Münster, das ich filmisch dokumentiert habe, und 5. Michaels ausgelassener einfacher Gewinnzug e6! am achten Spieltag. Auch meine kuriose Rettung aus totaler Verluststellung gegen Marcus Römhild am ersten Spieltag erheitern mich bis heute, zumal meine Töchter zuschauten.
Erstmals spielen wir in einer kleinen Turnhalle. Zu Beginn schallt aus einem Nachbarraum laute Musik einer Damen-Fitnessgruppe herüber.
Der Kampf in Hamm verläuft anfangs sehr unspektakulär – an fünf Brettern vereinbaren wir sehr früh Remis. Bei mir, Joshua und Ilya hingegen geht die Post ab. Hier sind die Einzelergebnisse:
Zum Auftakt des Kampfes vereinbaren unsere Männer an den ersten drei Brettern schon in der Eröffnung Remis – erst Marko, dann Markus, dann Jan:
Markus Henkemeier vereinbart nach 17 Zügen Remis.Jan (links) und Marko am ersten und zweiten Brett grübeln. Jan bietet nach elf Zügen und Marko nach zwölf Zügen Remis – so ist der Spuk schnell vorbei.
Nur wenig später gesellt sich Mario mit einem vereinbarten Remis nach elf Zügen dazu:
Mario Ortpaul – Norbert Hufelschulte 0,5:0,5.
Beim Spielstand von 2:2 hat sich damit die Möglichkeit eines mannschaftlichen Friedensschlusses eröffnet. Doch ich habe zu dem Zeitpunkt einen Bauern gewonnen – dank Jonas, der mich eröffnungstechnisch inspirierte. Nach weiteren schwachen Zügen meines Gegners stehe ich glatt auf Gewinn.
Letztlich jedoch habe ich es mit Schwarz nicht gebacken gekriegt – eine Schande. Während ich das hier schreibe, schlage ich zum wiederholten Mal meinen Kopf auf die Tischplatte wie ein pickendes Huhn. Angefügt sind die schwarze Schande und mein Partiechart:
Volker am siebten Brett vereinbart nach 23 Zügen Remis.
Volker Meise
Der erste volle Punkt gelingt den Gastgebern am achten Brett: Ilya sitzt mit Schwarz einem fast 500 Punkte stärkerem Gegner gegenüber. Trotzdem spielt Ilya klar besser als seine Zahl (1392) vermuten lässt. Zwischenzeitlich steht er sogar besser.
Ilya Zolothyk
Sein Chart und seine Partie zum Nachspielen:
Joshuas Partie bietet Spannung. Nachdem er lange Zeit auf verlorenem Posten steht, patzt sein Gegner die Qualität ein. Joshua scheint die Partie zu drehen, doch unterläuft ihm im 37. Zug der letzte Fehler. Am Ende gewinnt eine niedliche Springergabel Joshuas Dame, so dass der letzte Handschlag der Saison unserem Mann obliegt. Hier sind Joshuas Chart, Schlussstellung und Notation zum Nachspielen:
Joshua (rechts) beendet unsere Saison und gibt auf, seine Dame geht flöten.
Werther (ehu). Kan Nakahara hat die 29. Ausgabe des Schloss-Opens gewonnen. In sieben Runden holte der 21-Jährige aus dem Land der aufgehenden Sonne 5,5 Punkte. Zweiter wurde mit 5 Punkten Pascal Brunke von der Schachgemeinschaft Bünde punktgleich vor dem Fidemeister Oliver Kniest von der Schachgesellschaft Solingen.
Kan Nakahara (Elo 2171) trägt den Titel eines Candidate Masters. Nach eigener Aussage strebt der 21-Jährige den Großmeistertitel an.
Kan Nakahara studiert in Osaka Medizin. Drei Wochen verbringt er derzeit in Deutschland. Dann reist er nach Budapest für ein weiteres Schachturnier.
Vor der Schlussrunde lag Kan Nakahara einen halben Punkt hinter dem führenden Pascal Brunke zurück. Um den Pokal und die 800 Euro Geldpreis einzustreichen, musste Nakahara gewinnen, während Brunke ein Remis zum Turniersieg gereicht hätte. Mit den schwarzen Steinen spielte Nakahara kompromisslos auf Sieg. Brunkes Remisangebot lehnte er daher ab.
„Ich war sehr nervös“, sagte der sympathische Japaner später. Seine Hand zitterte, während er die Figuren übers Brett zog. Trotz zitternder Hand baute er schon in der Eröffnung mächtig Druck gegen die gegnerische Dame auf. Pascal Brunke sah sich gezwungen, seine wertvollste Figur für zwei Leichtfiguren zu opfern.
Nakahara ließ nicht locker und setzte weiter stark fort. Als er Brunkes letzte Hoffnung – einen Freibauern – taktisch versiert vom Brett pflückte, erhielt der Japaner eine Gewinnstellung, die der Computer mit knapp fünf Bauerneinheiten Vorteil für Nakahara bewertet. Im 37. Zug nahm er die Glückwünsche seines Gegners entgegen. Nach Angabe Nakaharas war sein Sieg in der Schlussrunde zugleich sein schönster im Turnier. Die Partie ist zum Nachspielen angefügt:
Wie stark der Japaner spielte, verdeutlicht der Partiechart:
Sein Weg zum Turniererfolg sieht so aus:
Der Favorit Pascal Brunke von der Schachgemeinschaft Bünde muss in der Schlussrunde mit Weiß eine bittere Niederlage gegen den späteren Turniersieger hinnehmen.
Im Vergleich zu den Vorjahren war das Teilnehmerfeld im A-Open schwach besetzt. Erstmals seit vielen Jahren spielten weder Großmeister noch internationale Meister mit. IM Bogdan Bilovil, der das Turnier zuletzt dreimal in Serie gewann, weilt derzeit in den USA. Zudem veranstaltete der SK Münster zur gleichen Zeit ein höher dotiertes Open, so dass einige Stammgäste dem Turnier fernblieben.
Pascal Brunke ging mit einer Elozahl von 2276 als Setzlistenerster ins Rennen. Brunke kam zunächst seiner Favoritenrolle nach. Robin Bentel von den Schachfreunden Lieme spielte er mit den schwarzen Steinen schwindelig. Im 26. Zug zertrümmerte er mit einem hübschen Turmeinschlag auf e4 das schützende Bauernschild vor dem gegnerischen König und sackte wenig später den vollen Punkt ein:
Auch diese Partie ist zum Nachspielen angefügt.
Die 13-jährige Lilian Schirmbeck war die einzige Vertreterin aus dem Altkreis in der A-Gruppe. Die Hochbegabte fand nicht ins Turnier und blieb mit 1,5 Punkten unter der Erwartung. Sie setzte in der zweiten Runde aus und zog sich vor der Schlussrunde vom Turnier zurück.
Die Meisterkandidatin Lilian Schirmbeck aus Halle fand als jüngste Teilnehmerin der A-Gruppe nicht ins Turnier hinein. Vor der Schlussrunde stieg sie aus dem Wettbewerb aus.
Lilian Schirmbecks Turnierverlauf:
Lokalmatador Jonas Freiberger vom ausrichtenden Verein SK Werther verzichtete auf eine Teilnahme, weil er bei den NRW-Einzelblitzmeisterschaften antrat. Das tat er sehr erfolgreich: Er wurde nach 20 Runden NRW-Vizemeister und qualifizierte sich für die Deutschen Blitzeinzelmeisterschaft im Juli in Dresden.
Die vier Gruppenersten auf einen Blick:
Stefan Giese (v.l., Sieger B-Gruppe von den SF St. Johannes Spelle), Kan Nakahara (A-Gruppe, Japan), Kevin Kleinelümern (C-Gruppe, Gütersloher SV) und Paul Böckmann (D-Gruppe, Sk Werther).
Und hier noch ein paar Fotos in loser Folge:
Fidemeister Holger Hebbinghaus vom SK Doppelbauer Kiel schrappte als Achtplatzierter knapp an den Preisrängen vorbei.Andreas Diembeck vom SK Werther trat in der C-Gruppe an. Blick auf die Bretter der B-Gruppe. Es gibt Applaus für die Veranstalter zum Turnierstart. Eric Oevermann vom SK Minden hängt sich rein. Er wird am Ende Dritter der B-Gruppe. Rundenstart in der A-Gruppe. Alexander Hilverda (2216) hat vor einigen Jahren das Turnier gewonnen. Diesmal muss er mit dem 18. Platz vorliebnehmen. Die 16-jährige Luna Vogt vom Bielefelder SK fegt in der Auftaktrunde den Berichterstatter vom Brett. Fidemeister Volodymyr Medvedyk von den Schachfreunden Korbach verliert die Vorschlussrunde am ersten Brett der A-Gruppe gegen den Turnierfavoriten Pascal Brunke von der Schachgemeinschaft Bünde. Kampf um den Turniersieg in der Schlussrunde: Pascal Brunke (l.) gegen Kan Nakahara. Peter Scholz von der SG Ennigerloh-Oelde verliert mit Schwarz gegen Jouke Algra aus den Niederlanden. Anton Engst und Kirsten Bünte nebeneinander. Im unteren Bild spielen sie gegeneinander. Kirsten Bünte vom Rhedaer SV spielt Remis gegen Anton Engst von der SG Weisse Dame Hamburg. Stefan Giese (l.) von den SF St. Johannres Spelle bezwingt in der ersten Runde des B-Opens Ralf Bascheck vom Brackweder SK. Felix Linnebrügger vom SK Werther verliert die zweite Runde des B-Opens gegen David Slusarski. Martin Hauke vom SK Werther hat das zweite Turnier seines Lebens erfolgreich beendet. Die Schlussrunde der B-Gruppe. Maximilian Jürgenpott vom SV Osnabrück im rosa Hoodie schlägt den Berichterstatter. Schiedsrichter Bernhard Sahrhage (v.l.), Vorsitzender Markus Henkemeier und Schiedsrichter Christian Jackl begrüßen knapp 200 Teilnehmer in vier Spielstärkegruppen. Uhrenproblem in der C-Gruppe. Bernhard Sahrhage greift ein.Schlussrunde in der D-Gruppe: Lorenz Kowalzik (l.) vom SK Turm Lage gegen Jonathan Groß vom Bielefelder SK. Groß gewinnt. Simon Fischermann von der SG Porz bezwingt mit den weißen Steinen Luna Vogt vom Bielefelder SK.Vereinsduell im Vordergrund: Andreas Diembeck (rechts) gegen Joschua Schramm 0,5:0,5. Rebecca Browning vom Schachverein Märkischer Springer Halver-Schalksmühle düpiert zum Auftakt des A-Opens den Fidemeister Volodymyr Medvedyk von den Schachfreunden Korbach. Analyse im Innenhof. Der Vizelandesmeister im Blitzschach Jonas Freiberger (l.) und der verlorene Sohn des SK Werther, Karl Ulrich Goecke, bei der Auswertung des Turniers.Erstmals auf mein Bestreben broadcastete die Plattform lichess unser Turnier. Die elf ersten Bretter wurden übertragen mit Bewertungsanzeige bei 20 Minuten Delay. In der Spitze verzeichneten wir eine Zuschauerzahl im hohen einstelligen Bereich.
Jonas ging als Setzlistenfünfter ins Rennen. Er holte 14 Punkte aus 20 Partien, remisierte zweimal, verlor fünfmal, gewann 13 Mal. „Zwischendurch habe ich echt scheiße gespielt“, sagte er im Anschluss. Der Vizemeistertitel berechtigt zur Teilnahme an der Deutschen Blitzeinzelmeisterschaft am 26. Juli in Dresden.
Werther (ehu). Wir haben uns auf den dritten Tabellenplatz vorgekämpft. Wer hätte das gedacht? Relativ schwach besetzt traten die Gäste aus dem Raum Dortmund im Storck-Haus an. Entsprechend ungefährdet war unser Sieg. Nun wird der Tabellenvorletzte SV Eichlinghofen absteigen.
Hier sind die Einzelergebnisse:
In der Chronologie des Spielverlaufs remisiert zuerst Mario mit Schwarz an Brett 5:
Fehlerlos agiert Mario in der Eröffnung.
Seine Schlussstellung ist ausgeglichen:
Der Partiechart rechtfertigt sein frühes Remisangebot im 20. Zug. Im Sinne der Mannschaft jedoch hätte ich weitergespielt:
Jonas gelingt anschließend an Brett 1 ein glücklicher Schwarzsieg.
Jonas setzt die Uhr in Gang.
Unser Spitzenmann steht nach einem Fehler im 19. Zug auf Verlust. Im Höchstwert beträgt sein Nachteil etwas mehr als vier Bauerneinheiten. Doch wie ein feuchtes Stück Seife glitscht er seinem Gegner aus der Hand. Niedlich ist sein siegbringender Bauernzug b3 kurz vor Schluss der Partie. Nachspielen!:
Jonas‘ Berg- und Talfahrt:
Der Depp des Tages bin ich. Risikofreudig opfere ich an Brett 4 in der Eröffnung einen Springer. Kurz darauf zielen meine Läufer siegverheißend in Richtung Königsstellung. Mein Vorteil beläuft sich in der Spitze auf mehr als vier Bauerneinheiten. Ich rechne mit Zähneklappern bei meinem Gegner und plane, die Notation abends über mein Bett zu hängen. Doch dann verliere ich den Überblick und werde auch noch mattgesetzt – wie ein Mädchen.
Katharsis in der Psychologie gilt zwar als widerlegt, doch wer sich Reinigung durch Schadenfreude verspricht, dem sei das Stück zum Nachspielen empfohlen:
Florian an Brett 6 agiert mit Weiß zurückhaltend. Dem Eindringen eines schwarzen Turms auf die zweite Reihe setzt er wenig entgegen. Schließlich patzt er und scheint früher oder später aufgeben zu müssen, denn der Computer berechnet seinen Nachteil auf Minus fünf Bauerneinheiten. In einem total verlorenen Turmendspiel bleibt er dennoch zäh und entwischt verdient ins Remis.
Hier ist seine Schlussstellung, in der er das Schlimmste längst überstanden hat:
Und hier sein Chart:
Jan an Brett 2 kommt immer besser in Fahrt. Er hat seinem Konto jetzt den dritten vollen Punkt beigefügt. Sein verschwenderischer Umgang mit der Zeit indes hat sich kaum gebessert. 36 Minuten zeigt seine Uhr nach dem neunten Zug an.
Jans Schlussdiagramm:
Von strategischen Herausforderungen erzählen die Ungenauigkeiten auf beiden Seiten:
Marko sitzt an Brett 3 dem nominell stärksten Spieler der Gäste gegenüber – DWZ 2094. Dennoch nagelt er seinen Kontrahenten an die Wand als wäre der ein Fliegengewicht – eine Glanzpartie:
Michael Brockmann – Marko Suchland 0:1.
Hier ist das Schmuckstück zum Genießen:
Beim Spielstand von 4:2 aus unserer Sicht laufen noch zwei Partien am siebten und achten Brett.
Malte an Brett 7 wehrt sich tapfer, ist aber einem weit vorgerückten Freibauern des Weißen hilflos ausgeliefert.
Malte greift im nächsten Zug mit seinem König den weißen Turm an. Der rückt ein Feld zur Seite – ein Patzer, doch Malte verpasst in der Folge die versteckte Chance zum Remis.
Nur einmal bekommt er in scheinbar verlorener Stellung die Chance zum Ausgleich: Was hättet ihr gezogen?:
Von den vielen Verlockungen remisiert nur der Zug Tf8 – darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Malte zieht stattdessen b5 – hätte ich auch versucht. Der Computer fällt in Ohnmacht: Von 0,00 springt die Bewertung auf 5,5. Nach vier weiteren Zügen reicht Malte die Hand zur Aufgabe. Der Partiechart:
So liegt der Mannschaftsieg in der Hand unseres Ersatzmannes Michael an Brett 8:
Michael Henkemeier gewinnt im nächsten Zug den Springer.
Michael spielt stark, erfüllt die Erwartungen und erschafft zusätzlich eine vergnügliche Perle: Wie aus dem Nichts zaubert er eine schachliche Anekdote aufs Brett, und zwar durch das Nichtausführen des weißen Vorstoßes e6 im 36. Zug – mehr auf der Hand liegen kann ein Zug kaum.
Der Chart spricht für sich, ebenso die kuriose Zugfolge des Mittel- und Endspiels, die daher in voller Länge angefügt ist:
Am siebten Spieltag der Verbandsklasse war TuS Eichholz-Remmighausen im Storck-Haus zu Gast. Für die Mannschaft war es wohl die letzte Gelegenheit, sich vor dem Abstieg zu retten, während Werther II noch Möglichkeiten hatte, um den Aufstieg zu kämpfen.
Letztlich gelang ein deutlicher 6:2-Sieg, bei dem allein Felix Linnenbrügger nach verpatztem Kampf gegen das gefährliche Morra-Gambit den Punkt abgeben musste. Vorher hatte schon Mesud Mujanovic seinem schnell und fehlerbehaftet spielenden Gegner den Punkt abgenommem. Danach brachten Kevin Deniz und Ralf Diele ihre Parteien nach solidem Spiel sicher in gewonnene Endspiele. Kurz danach übersah der Gegner von Volker Meise eine längere Kombination und ging in eine Mattfalle.
Rieinhard Geisler brachte ein windig erscheinendes Qualitätsopfer, konnte aber seinen Gegner zur Materialrückgabe zwingen; am Ende gab es ein gerechtes Remis.
Am Spitzenbrett kämpfte Florian Schwartz in eher aussichtsloser Endspielposition gegen deutlichen Materialvorteil. Überraschenderweise gab sein Gegner diesen Vorteil wieder ab, so dass es zum Turmendspiel mit einem Minusbauern kam. Angesichts des eh schon verlorenen Kampfs willigte der Gast ins Remis ein.
Ergebniskosmetik am achten Brett: Manfred Daub – schon im Mittelspiel ein Qualität im Vorteil – kämpfte seinen Vorteil durch und gewann am Ende durch sicheres Kombinationsspiel.
Die Tabellenkonstellation hat sich durch den kampflosen Sieg des Tabellenführers gegen Lippstadt III (anscheinend haben die den Kampf um den Aufstieg aufgegeben) insofern geändert, dass Werther II jetzt alleiniger Dritter ist. Im nächsten Kampf in Ubbedissen hat die Mannschaft noch eine letzte Chance, im Aufstiegskampf zu verbleiben.