Absage der Schloss-Open 2021

Aufgrund der derzeitigen und zu erwartenden Coronalage wird das 26. Wertheraner Schachfestival (Schloss-Open 2021) hiermit abgesagt.
Aus schachlicher Sicht bedauert der Verein die Entwicklung natürlich sehr und möchte an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnehmen, alle Schachspielerinnen und Schachspieler zur Teilnahme am nächsten Schloss-Open vom 7. (8.) – 10. April  2022 herzlichst einzuladen.

Einstellung des Spielbetriebs

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wegen Corona ist ab sofort (30. 10.) der Spielbetrieb bis auf weiteres eingestellt. Es findet kein Jugendtraining und kein Vereinsabend im Storckhaus statt.
Das gilt bis zur Aufhebung des Sportverbots durch das Land NRW.

Jonas gewinnt das Hans-Lindlar Gedächtnisturnier

Halle (ehu). Jonas hat Katz-und-Maus gespielt. Meinen König schubste er in der zweiten Runde übers Brett:  Schon nach drei Zügen zauderte er nicht, opferte seinen Läufer auf f7 und zertrümmerte meine Stellung.

„Kawumm“ hörte ich ihn denken und hampelte noch ein wenig mit meinem König umher, versuchte mit einem Läuferzug nach g7 die Dame zu fangen: 

und gab mich schließlich nach der weißen Antwort Sg5+ in aussichtsloser Lage geschlagen.

Ebenfalls in der Eröffnung zwang unsere ehemaliger Spitzenspieler dem Mitfavoriten Claudius Gottstein in den ersten Zügen eine schlechtere Bauernstruktur auf. Die münzte er später im Bauernendspiel gekonnt in einen vollen Punkt um – mit Hilfe eines klassischen Durchbruchs. Das lehrreiche Manöver verdient ein Diagramm:

b5!

Nach sieben gespielten 15-Minuten-Partien, von denen Jonas sechs gewann und nur eine gegen Markus Schirmbeck verlor, überreichte Turnierleiter Bernd Fischer Jonas 50 Euro und den Hans-Lindlar-Gedächtnispokal.

Jonas hielt sich nicht mit Jubeln auf, setzte sich stattdessen direkt nach der Ehrung wieder ans Brett, um mich in einer freundschaftlichen Blitzpartie und der geistreichen Bemerkung „Komm zieh, du dreckiges Schwein“ ein weiteres Mal zu vermöbeln.

Den zweiten Platz im Turnier errang Dieter Hofene (DWZ 1983) von den Schachfreunden Beelen. Dritter wurde Justus Köhler (DWZ 1930) vom Bielefelder SK, Vierter der 19-jährige Lai Hop Long DWZ (1788) vom SV Werder Bremen, der mit drei weiteren Bremern extra für das Schnellschachturnier in die Lindenstadt gereist war.

Aus Vereinssicht lief das Turnier gut: Rüdiger, vormaliger Sieger, schien die lange Spielpause am Brett zu beflügeln. Ein glänzender Damenfang krönte seinen Sieg gegen den späteren Zweitplatzierten. Am Ende erreichte er von den 28 Teilnehmern einen ausgezeichneten fünften Platz und schrammte nur knapp an den Preisrängen vorbei.

Ich landete  auf dem sechsten Rang und hatte dabei Kalle unwürdig vertreten. Der hatte zuvor auf seinen Startplatz verzichtet zugunsten einer selbstverordneten Quarantäne. Bis auf die zwei Erstplatzierten bekam ich  leichte Gegner und tat mich trotzdem schwer. Zwei Niederlagen, fünf Siege und keine einzige gute Partie ist meine Bilanz . Hier mal ein erschreckendes Beispiel meiner zeitweiligen Inkompetenz: In folgender Stellung erschien mir tatsächlich der Zug c5?? vernünftig zu sein.

Die prompte Antwort lautete c3 und ließ mich zurückdenken an meine Fähigkeiten als Sechsjähriger. Immerhin setzte ich meinen Gegner, der im vergangenen Jahr noch bei der Deutschen Einzelmeisterschaft im  „Kinderschachturnier für die Kleinsten“ mitspielte, später etwas glücklich matt.

Der SK Künsebeck hatte die Austragung des Hans-Lindlar-Gedächtnisturniers unter den derzeit herrschenden Hygienebestimmungen mit nur drei Helfern auf die Beine gestellt – Respekt. Brett, Uhren und Figuren desinfizierten sie. Die Alltagsmaske musste getragen werden, nur am Brett durften der Spieler darauf verzichten. Viele behielten sie aber auch während der Partien an. Zudem lüfteten die Organisatoren gleich mehrmals den Spielsaal.

Hier die Abschlusstabelle als Foto:

Update: Schloss-Open 2021

Der SK Werther hat die Hoffnung, auch im Jahr 2021 zum bekannten Termin ein Schloss-Open stattfinden lassen zu können und geht davon aus, dass es wenn auch mit reduzierter Teilnehmerzahl ein schönes Turnier werden wird. Anfang Januar entscheiden wir, in welcher Form das Schloss-Open ausgeschrieben wird. Gleiches gilt auch für das Jugend-Open.

Wiederbeginn des Jugendtrainings und des Vereinsabends

Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Werther unser Hygienekonzept für die Durchführung des Jugendtrainings und des Vereinsabends genehmigt hat. Das bedeutet, dass wir ab sofort (also ab dem 21.8.) freitags wieder offen haben.

Bitte lest das Hygienekonzept vollständig und gründlich durch! Die Regelungen für das Jugendtraining müssen insbesondere auch von den Erziehungsberechtigten zur Kenntnis genommen und beachtet werden. Grundsätzlich gilt, dass bei Nichtbeachtung der genannten Punkte ein Ausschluss von der Veranstaltung geschieht.

Es ist leider so, dass wir verpflichtet sind, die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten. Wir meinen allerdings, dass auch unter den ungewohnten Bedingungen ein schöner Abend für alle möglich ist.

 

Hygienekonzept SK Werther: Erwachsene

Alle Teilnehmenden an den Vereinstrainings

  • halten die im Eingangsbereich des Storck-Hauses aushängenden „Schutz- und Hygieneregeln der VHS Ravensberg“ vollumfänglich ein;
  • sind verpflichtet, während des gesamten Spielabends eine Alltagsmaske zu tragen.

Die Rückverfolgbarkeit (CorSchVO 2a) wird durch Führung einer Anwesenheitsliste gewährleistet.

Mit Eintrag in die Anwesenheitsliste versichern die Teilnehmenden, dass sie:

  • keine Symptome haben,
  • mindestens zwei Wochen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten,
  • das Hygienekonzept der VHS (s. o. ) zur Kenntnis genommen haben.

Auf Körperkontakte jeder Art wird verzichtet.

Schachbretter, Schachuhren und Schachfiguren werden vor Beginn des Spielabends desinfiziert.

Die Trainingsräume werden spätestens alle 30 Minuten gründlich durchgelüftet.

Der Spielabend für Erwachsene beginnt Freitags um 19:30 Uhr.

 

Hygienekonzept Jugendschach

Eltern, die ihrem Kind die Teilnahme am Jugendschachtraining erlauben, versichern damit, dass das Kind:

  • keine Symptome hat
  • mindestens 2 Wochen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatte;

ferner dass:

  • sie selbst das im Storck-Haus aushängende Hygienekonzept zur Kenntnis genommen haben und sie insbesondere
  • ihr Kind über das Einhalten der Einbahnstraßenregelung im Storck-Haus informiert haben,
  • ihr Kind über die Desinfektionspflicht vor Betreten des Trainingsraums informiert haben,
  • ihr Kind darüber informiert haben, dass der Trainingsraum – abgesehen von Toilettenbesuchen- nicht verlassen werden da
  • ihr Kind über die Maskenpflicht informiert haben und ihrem Kind eine entsprechende Maske mitgegeben haben.

Die Trainer führen ein Anwesenheitsliste über die teilnehmenden Vereinsmitglieder.

Nichtvereinsangehörige Kinder können nur teilnehmen, wenn Erziehungsberechtigte zu Beginn des Trainings (bis spätestens 18:15 Uhr) diese mit vollständigen Daten und Unterschrift in die Anwesenheitsliste eintragen.

Schachbretter, Schachuhren und Schachfiguren werden vor Beginn des Spielabends desinfiziert.

Das Jugendtraining beginnt Freitags um 18:00 Uhr – Kinder, die zu früh sind, müssen vor dem Gebäude warten.

Das Jugendtraining endet um 19:20 Uhr – die Kinder müssen das Gebäude dann verlassen.

Reinhard Geisler wird Ehrenmitglied

Häger (ehu).

Reinhard Geisler denkt über ein schwieriges Endspiel nach.

 

Reinhard Geisler hat seine Verdienste durch seine beständige Hingabe zum Schachsport erworben. Er war und ist Vorbild für viele Schachspieler innerhalb und außerhalb des SK Werther. „Reinhard ist in OWL das Gesicht des Schachs“, sagt unser Kassierer Michael Henkemeier über seinen langjährigen Mannschaftskollegen. Hacker – wie wohl die meisten ihn nennen – hat an unzähligen Turnieren in ganz Deutschland teilgenommen. „Er ist überall in Deutschland unterwegs und jeder Schachspieler in der Region kennt ihn“, sagt Michael Henkemeier.

Michael Henkemeier und unser Vorsitzender Karl Ulrich Goecke überreichten Hacker am Montag auf einem gemeinsamen Grillabend in Bardüttingdorf anlässlich seines 80. Geburtstag eine Urkunde und einen Präsentkorb mit Lebensmitteln aus dem Dorfladen Häger. Nach dem verstorbenen Paul Sahrhage ist Hacker in der Historie des Schachklubs Werther damit erst das zweite Mitglied, das sich die Anerkennung seiner Vereinskollegen in dieser Form erworben hat. Als Ehrenmitglied muss er fortan keine Mitgliedsbeiträge mehr bezahlen und ist bei Vereinsturnieren vom Startgeld befreit. Allerdings müssen die Mitglieder den Vorschlag ihres Vorstandes auf der nächsten Versammlung erst noch genehmigen.

Reinhard Geisler hat seinen Vater nie kennengelernt, was ihn mit einigen früheren Schachweltmeistern verbindet. Er spielte laut eigener Angabe schon ab seinem elften Lebensjahr Schach. Ein Schulfreund habe es ihm beigebracht. Im Jahr 1956 taucht sein Name erstmalig bei den Jugendstadtmeisterschaften des SK Werther auf Rang zwei auf. In Wettkampfform zog er folglich Bauern, Springer und Läufer fast sieben Jahrzehnte über das Brett. Er stieg schnell zum Spitzenspieler des SK Werther auf und führte die erste Mannschaft am Spitzenbrett an. Laut seiner Angabe erreichte er zu seinen besten Zeiten eine Deutsche Wertzahl von 2070 Punkten ( zum Vergleich: Weltmeister Magnus Carlsen hat rund 800 Punkte mehr). Geisler hält zudem mit fast 400 Spielstärkeauswertungen einen inoffiziellen OWL-Rekord. Die Stadtmeistertitel in Halle, Werther, Steinhagen und Borgholzhausen hat er allesamt errungen – teilweise mehrfach. Nicht nur sportlich war und ist er laut Michael Henkemeier zahlreichen Vereinskollegen ein Vorbild: „Er hat viele Leute für den Schachklub Werther begeistert – auch mich.“
Hacker spielte bis zu seinem 40. Lebensjahr Fußball und kreuzte in der gleichen Zeit und später auf 64 Feldern die Klingen mit Rolf Handke, Karl-Heinz Krautkrämer oder Großmeister Lev Gutman. Viele Jahre war er einer der besten Spieler in OWL. Er spielt zudem liebend gerne Doppelkopf und betrieb das Sportkegeln. Seine Leidenschaft allerdings gehört dem Schach. Schachsportler, die ihn nach seinem größten Sieg am Brett fragen, bekommen meist seinen Zeigefinger vor die Brust gestreckt und erhalten die lachende Antwort: „Das war gegen dich.“

Marko Suchland prüft Super-Großmeister

Werther (ehu). Blitzschach boomt, zumindest im Internet. Auf dem Schach-Server lichess gibt es mittlerweile 19 Quarantäne-Ligen. Angefangen von der achten Liga bis zur Bundesliga. Mehr als 2.600 Spieler in 190 Mannschaften saßen jüngst vor dem Computer und versuchten ihre Gegner in Fünfminutenpartien mattzusetzen. Mittendrin der SK Werther, der um den Verbleib in der vierthöchsten Spielklasse kämpfte – zunächst allerdings vergeblich.
Das Team um Spitzenspieler Jan Haskenhoff erreichte nur den vorletzten Platz in der Staffel 4B. Dabei wurde es vermutlich Opfer einer beeindruckenden Entwicklung: Die Mannschaften sind von Mal zu Mal besser und internationaler besetzt. Weil immer mehr Schachprofis die international offenen Quarantäne-Ligen aufmischen, hat es der reine Amateurverein einerseits sportlich schwer zu bestehen. Andererseits freut es die Wertheraner, weil sie auf illustre Gegner treffen.
Marko Suchland etwa hatte vor der Coronakrise in der NRW-Klasse bislang fast ausnahmslos gegen Spieler ohne Rang und Namen die Figuren übers Brett gezogen. Dank der Pandemie saß er jetzt – virtuell – einem Weltklassespieler gegenüber: Dr. Bassem Amin.

Marko Suchland

Der beste Spieler des afrikanischen Kontinents und mehrfache Weltpokalteilnehmer erreichte 2019 mit einer Elozahl von 2.712 den inoffiziellen Status eines Super-Großmeisters. Entsprechend freudig setzte der Wertheraner seine Mitstreiter von der Partieansetzung in Kenntnis: „Ich hab den GM“, teilte er triumphierend per WhatsApp mit, noch während er die ersten Züge gegen den Ägypter am virtuellen Brett ausführte.
Dabei hätte Marko Suchland seinen prominenten Kontrahenten in einem einzigen Moment sogar düpieren können:

Der Spieler des SK Werther war als Weißer am Zug und hätte in der obigen Stellung mit seinem Turm den schwarzen Springer schlagen müssen. Danach hätte er einen deutlichen Vorteil reklamieren können. Doch er schlug stattdessen mit seinem Springer den Bauern auf f 2 und verlor die Partie. Nachher urteilte er dennoch zufrieden: „Ich hab gut mitgehalten.“
Großmeister Bassem Amin indes gewann alle seine Partien und stieg mit dem schwedischen Verein Wasa SK in die Quarantäne-Liga 3B auf. Die Schweden peilen vermutlich den Durchmarsch bis in die Bundesliga an. Laut des Initiators und Turnierorganisator der Veranstaltung, Fidemeister Jens Hirneise, wurde in der höchsten Klasse zuletzt sogar ein Preisgeld ausgelobt: 19 Euro.

Darauf kann der SK Werther wohl in naher Zukunft nicht hoffen. Immerhin aber schaffte er am folgenden Spieltag in der Quarantäne-Liga 5B den direkten Wiederaufstieg und verdiente sich das Prädikat Fahrstuhlmannschaft. Dabei glänzte Jonas Freiberger mit einer Turnierleistung von 2634 Punkten und dem zweiten Platz in der Einzelwertung. Er bezwang sogar Großmeister Carlos Daniel Albornoz Cabrera aus Kuba (Fide-Elo: 2573). Hier ist die Schlussstellung ihres Blitzduells, nachdem die weiße Dame einen Bauern auf e6 geschlagen hat. 

Der Rechner zeigt ein Matt in zehn Zügen an. Der Schwarze gab auf.

Und hier ist der link zur Abschlusstabelle unseres Wiederaufstiegs in die Quarantäne-Liga 4B: https://lichess.org/tournament/cmiD4hjx

 

Absage der Schloss-Open 2020 – Cancellation of the Schloss-Open 2020

See english Version below

Aufgrund der coronabedingten entsprechenden Ordnungsverfügung der Stadt Werther vom 13.03.2020 wird das 26. Wertheraner Schachfestival (Schloss-Open 2020) hiermit abgesagt.
Alle eingegangenen Startgelder werden mit freundlicher Hilfe unserer Hausbank, der Volksbank Halle, zeitnah auf die Ausgangskonten (mit der Anmerkung „Rückgabegrund vom Kreditinstitut nicht spezifiziert“) zurücküberwiesen.
Alle bisher angemeldeten Teilnehmer werden per Email über die Absage informiert.
Dem Schachklub Werther ist einsichtig, dass der Stadt Werther im Rahmen der momentanen Situation gar keine andere Möglichkeit als die Absage bleibt.
Aus schachlicher Sicht bedauert der Verein die Entwicklung natürlich sehr und möchte an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnehmen, alle Schachspielerinnen und Schachspieler zur Teilnahme am nächsten Schloss-Open vom 25. (26.) – 28.März 2021 herzlichst einzuladen.

Due to the corona-related corresponding order of the city of Werther of 13.03.2020 the 26th Werther Chess Festival (Schloss-Open 2020) is hereby cancelled.
All received entry fees will be promptly transferred back to the outgoing accounts (with the note „Rückgabegrund vom Kreditinstitut nicht spezifiziert“ – „reason for return not specified by the credit institution“) with the kind assistance of our house bank, the Volksbank Halle.
All participants registered so far will be informed about the cancellation by email.
The SK Werther is aware that the city of Werther has no other option than to cancel the event in the current situation.
From a chess point of view the club of course regrets the development very much and would like to take the opportunity at this point to invite all chess players to participate in the next Schloss-Open from 25th (26th) – 28th March 2021.

NRW-Klasse 7. Spieltag: SK Werther – SK Münster II 3:5

Werther (ehu). Kürzlich berichtete mir ein Freund vom sogenannten Dunning-Kruger-Effekt. „Dunning und Kruger hatten in vorausgegangenen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen“, sagt Wikipedia.

Hier ist der Graph dazu, der das Verhältnis von Selbstvertrauen und Wissen veranschaulicht, ebenfalls aus der freien Enzyklopädie:

Demnach erreicht die grüne Kurve auf dem Weg vom Unwissenden bis zum Guru zwei Höhen beim Selbstvertrauen, nämlich gleich am Anfang den paradoxen „Mount stupid“ und am Ende das „Plateau der Nachhaltigkeit“. Dazwischen liegt das „Tal der Verzweiflung“ und der „Weg zur Erleuchtung“.

Die Kurve eignet sich natürlich hervorragend als Instrument, um Gegner, Freunde,  Nachbarn oder Mannschaftsmitglieder zu verspotten.  Ich frage mich, ob es nicht manchmal möglich sein könnte, dass Schachspieler vom „Weg der Erleuchtung“ zurückhüpfen auf den „Mount stupid“. Zumindest habe ich nach unserer Niederlage gegen Münster bei Jonas, Kalle und Markus die Vermutung dazu, weil sie allesamt ihre schönen, teilweise gewonnenen Stellungen mit großer Überzeugung wegpatzten.

„Wir hätten 6:2 gewinnen können“, stellte Marko nachher ganz richtig fest. Er hatte zuvor seinen Gegner im Endspiel mitten auf dem Brett mattgesetzt. Seine kuriose Schlussstellung kann ich leider nicht zeigen, da mir all meine Fotos zum Mannschaftskampf abhanden gekommen sind und mir keiner – bis auf Marius – seine Notation zur Verfügung stellte. Aus demselben Grund kann  ich Jans Sieg ebenfalls nicht mehr als nur erwähnen, der aus einer eher schlechten Stellung heraus gewann.

Es gibt jetzt nur einen kurzen Abriss von zwei Partien, der von mir und der von Marius: Marius hat vermutlich seine beste Saisonleistung gezeigt. Er spielte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus mit einer Kette starker Züge an die Wand. Hier ist seine Stellung bevor er als Schwarzer am Zug auf c4 die Dame schlug: 

Weil er danach durch ein drohendes Grundreihenmatt den Läufer gewonnen hätte, gab sein Gegner auf. Hartmann – Neumann 0:1.

DasTal der Verzweiflung bleibt indes mir vorbehalten. Jan zwang mich völlig zurecht, auf Sieg zu spielen. Als ich ihn fragte, ob ich Remis machen dürfe, hatte ich eine potenzielle Stellungswiederholung auf dem Brett. Doch Mario stand zu der Zeit im Läuferendspiel mit zwei Minusbauern auf Verlust, so dass der 3:4-Rückstand unvermeidlich war. Kurz zuvor erreichte ich sogar eine Gewinnstellung, erkannte aber die Opferfortsetzung nicht. Hier ist sie:

Lxh5 ist dem Rechner fast drei Bauerneinheiten wert – mir nicht. Ich zog grottig Th4.

Im späteren Spielverlauf opferte ich eine Figur nach der anderen und brach die Stellung komplett übers Knie. „Und er spielt auch noch weiter“, lästerte Jonas später in der Analyse. Was ich ihm, angesichts der Entstehung, bei passender Gelegenheit einmal mit einem spöttischen Muahahahaha vergelten werde. Kläglich musste ich in meine sechste Saisonniederlage einwilligen – ein Desaster.

Wir sind durch die bittere Niederlage wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht und ich muss wohl in der nächsten Saison wieder mit Miguel in einer Mannschaft spielen. Hier ist der link zur Tabelle: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2019/2871/

Jonas ist TWW-Blitzmeister

Halle (ehu). Jonas Freiberger ist Bezirksmeister im Fünf-Minuten-Blitzschach. Er lehrte 14 Mitkonkurrenten das Fürchten und gewann alle Partien bei der TWW-Einzelblitzmeisterschaft in Halle im Keller des Bürgerzentrums Remise. Sogar gegen seinen Chef zeigte er kein Erbarmen, den Schuldirektor Markus Spindler, der sich als ein starker Schachspieler entpuppte. Nur in einer Partie stand Jonas im Endspiel klar auf Verlust, doch sein Vereinskollege  Karl-Ulrich Goecke überschritt die Zeit.

Jonas Freiberger kann sich offenbar kaum gerade halten vor Freude. Er hat das Ding.

Erfreulich aus Sicht des SK Werther ist zudem das gute Abschneiden unseres Youngsters Leon Drees, der Fünfter wurde.

Hier der link zur Abschlusstabelle: http://www.sk-halle.de/wp-content/uploads/2020/02/TeutoBlitz-Februar-2020-Kreuz-R15.htm