Wiederbeginn des Jugendtrainings und des Vereinsabends

Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Werther unser Hygienekonzept für die Durchführung des Jugendtrainings und des Vereinsabends genehmigt hat. Das bedeutet, dass wir ab sofort (also ab dem 21.8.) freitags wieder offen haben.

Bitte lest das Hygienekonzept vollständig und gründlich durch! Die Regelungen für das Jugendtraining müssen insbesondere auch von den Erziehungsberechtigten zur Kenntnis genommen und beachtet werden. Grundsätzlich gilt, dass bei Nichtbeachtung der genannten Punkte ein Ausschluss von der Veranstaltung geschieht.

Es ist leider so, dass wir verpflichtet sind, die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten. Wir meinen allerdings, dass auch unter den ungewohnten Bedingungen ein schöner Abend für alle möglich ist.

 

Hygienekonzept SK Werther: Erwachsene

Alle Teilnehmenden an den Vereinstrainings

  • halten die im Eingangsbereich des Storck-Hauses aushängenden „Schutz- und Hygieneregeln der VHS Ravensberg“ vollumfänglich ein;
  • sind verpflichtet, während des gesamten Spielabends eine Alltagsmaske zu tragen.

Die Rückverfolgbarkeit (CorSchVO 2a) wird durch Führung einer Anwesenheitsliste gewährleistet.

Mit Eintrag in die Anwesenheitsliste versichern die Teilnehmenden, dass sie:

  • keine Symptome haben,
  • mindestens zwei Wochen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten,
  • das Hygienekonzept der VHS (s. o. ) zur Kenntnis genommen haben.

Auf Körperkontakte jeder Art wird verzichtet.

Schachbretter, Schachuhren und Schachfiguren werden vor Beginn des Spielabends desinfiziert.

Die Trainingsräume werden spätestens alle 30 Minuten gründlich durchgelüftet.

Der Spielabend für Erwachsene beginnt Freitags um 19:30 Uhr.

 

Hygienekonzept Jugendschach

Eltern, die ihrem Kind die Teilnahme am Jugendschachtraining erlauben, versichern damit, dass das Kind:

  • keine Symptome hat
  • mindestens 2 Wochen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatte;

ferner dass:

  • sie selbst das im Storck-Haus aushängende Hygienekonzept zur Kenntnis genommen haben und sie insbesondere
  • ihr Kind über das Einhalten der Einbahnstraßenregelung im Storck-Haus informiert haben,
  • ihr Kind über die Desinfektionspflicht vor Betreten des Trainingsraums informiert haben,
  • ihr Kind darüber informiert haben, dass der Trainingsraum – abgesehen von Toilettenbesuchen- nicht verlassen werden da
  • ihr Kind über die Maskenpflicht informiert haben und ihrem Kind eine entsprechende Maske mitgegeben haben.

Die Trainer führen ein Anwesenheitsliste über die teilnehmenden Vereinsmitglieder.

Nichtvereinsangehörige Kinder können nur teilnehmen, wenn Erziehungsberechtigte zu Beginn des Trainings (bis spätestens 18:15 Uhr) diese mit vollständigen Daten und Unterschrift in die Anwesenheitsliste eintragen.

Schachbretter, Schachuhren und Schachfiguren werden vor Beginn des Spielabends desinfiziert.

Das Jugendtraining beginnt Freitags um 18:00 Uhr – Kinder, die zu früh sind, müssen vor dem Gebäude warten.

Das Jugendtraining endet um 19:20 Uhr – die Kinder müssen das Gebäude dann verlassen.

Reinhard Geisler wird Ehrenmitglied

Häger (ehu).

Reinhard Geisler denkt über ein schwieriges Endspiel nach.

 

Reinhard Geisler hat seine Verdienste durch seine beständige Hingabe zum Schachsport erworben. Er war und ist Vorbild für viele Schachspieler innerhalb und außerhalb des SK Werther. „Reinhard ist in OWL das Gesicht des Schachs“, sagt unser Kassierer Michael Henkemeier über seinen langjährigen Mannschaftskollegen. Hacker – wie wohl die meisten ihn nennen – hat an unzähligen Turnieren in ganz Deutschland teilgenommen. „Er ist überall in Deutschland unterwegs und jeder Schachspieler in der Region kennt ihn“, sagt Michael Henkemeier.

Michael Henkemeier und unser Vorsitzender Karl Ulrich Goecke überreichten Hacker am Montag auf einem gemeinsamen Grillabend in Bardüttingdorf anlässlich seines 80. Geburtstag eine Urkunde und einen Präsentkorb mit Lebensmitteln aus dem Dorfladen Häger. Nach dem verstorbenen Paul Sahrhage ist Hacker in der Historie des Schachklubs Werther damit erst das zweite Mitglied, das sich die Anerkennung seiner Vereinskollegen in dieser Form erworben hat. Als Ehrenmitglied muss er fortan keine Mitgliedsbeiträge mehr bezahlen und ist bei Vereinsturnieren vom Startgeld befreit. Allerdings müssen die Mitglieder den Vorschlag ihres Vorstandes auf der nächsten Versammlung erst noch genehmigen.

Reinhard Geisler hat seinen Vater nie kennengelernt, was ihn mit einigen früheren Schachweltmeistern verbindet. Er spielte laut eigener Angabe schon ab seinem elften Lebensjahr Schach. Ein Schulfreund habe es ihm beigebracht. Im Jahr 1956 taucht sein Name erstmalig bei den Jugendstadtmeisterschaften des SK Werther auf Rang zwei auf. In Wettkampfform zog er folglich Bauern, Springer und Läufer fast sieben Jahrzehnte über das Brett. Er stieg schnell zum Spitzenspieler des SK Werther auf und führte die erste Mannschaft am Spitzenbrett an. Laut seiner Angabe erreichte er zu seinen besten Zeiten eine Deutsche Wertzahl von 2070 Punkten ( zum Vergleich: Weltmeister Magnus Carlsen hat rund 800 Punkte mehr). Geisler hält zudem mit fast 400 Spielstärkeauswertungen einen inoffiziellen OWL-Rekord. Die Stadtmeistertitel in Halle, Werther, Steinhagen und Borgholzhausen hat er allesamt errungen – teilweise mehrfach. Nicht nur sportlich war und ist er laut Michael Henkemeier zahlreichen Vereinskollegen ein Vorbild: „Er hat viele Leute für den Schachklub Werther begeistert – auch mich.“
Hacker spielte bis zu seinem 40. Lebensjahr Fußball und kreuzte in der gleichen Zeit und später auf 64 Feldern die Klingen mit Rolf Handke, Karl-Heinz Krautkrämer oder Großmeister Lev Gutman. Viele Jahre war er einer der besten Spieler in OWL. Er spielt zudem liebend gerne Doppelkopf und betrieb das Sportkegeln. Seine Leidenschaft allerdings gehört dem Schach. Schachsportler, die ihn nach seinem größten Sieg am Brett fragen, bekommen meist seinen Zeigefinger vor die Brust gestreckt und erhalten die lachende Antwort: „Das war gegen dich.“

Marko Suchland prüft Super-Großmeister

Werther (ehu). Blitzschach boomt, zumindest im Internet. Auf dem Schach-Server lichess gibt es mittlerweile 19 Quarantäne-Ligen. Angefangen von der achten Liga bis zur Bundesliga. Mehr als 2.600 Spieler in 190 Mannschaften saßen jüngst vor dem Computer und versuchten ihre Gegner in Fünfminutenpartien mattzusetzen. Mittendrin der SK Werther, der um den Verbleib in der vierthöchsten Spielklasse kämpfte – zunächst allerdings vergeblich.
Das Team um Spitzenspieler Jan Haskenhoff erreichte nur den vorletzten Platz in der Staffel 4B. Dabei wurde es vermutlich Opfer einer beeindruckenden Entwicklung: Die Mannschaften sind von Mal zu Mal besser und internationaler besetzt. Weil immer mehr Schachprofis die international offenen Quarantäne-Ligen aufmischen, hat es der reine Amateurverein einerseits sportlich schwer zu bestehen. Andererseits freut es die Wertheraner, weil sie auf illustre Gegner treffen.
Marko Suchland etwa hatte vor der Coronakrise in der NRW-Klasse bislang fast ausnahmslos gegen Spieler ohne Rang und Namen die Figuren übers Brett gezogen. Dank der Pandemie saß er jetzt – virtuell – einem Weltklassespieler gegenüber: Dr. Bassem Amin.

Marko Suchland

Der beste Spieler des afrikanischen Kontinents und mehrfache Weltpokalteilnehmer erreichte 2019 mit einer Elozahl von 2.712 den inoffiziellen Status eines Super-Großmeisters. Entsprechend freudig setzte der Wertheraner seine Mitstreiter von der Partieansetzung in Kenntnis: „Ich hab den GM“, teilte er triumphierend per WhatsApp mit, noch während er die ersten Züge gegen den Ägypter am virtuellen Brett ausführte.
Dabei hätte Marko Suchland seinen prominenten Kontrahenten in einem einzigen Moment sogar düpieren können:

Der Spieler des SK Werther war als Weißer am Zug und hätte in der obigen Stellung mit seinem Turm den schwarzen Springer schlagen müssen. Danach hätte er einen deutlichen Vorteil reklamieren können. Doch er schlug stattdessen mit seinem Springer den Bauern auf f 2 und verlor die Partie. Nachher urteilte er dennoch zufrieden: „Ich hab gut mitgehalten.“
Großmeister Bassem Amin indes gewann alle seine Partien und stieg mit dem schwedischen Verein Wasa SK in die Quarantäne-Liga 3B auf. Die Schweden peilen vermutlich den Durchmarsch bis in die Bundesliga an. Laut des Initiators und Turnierorganisator der Veranstaltung, Fidemeister Jens Hirneise, wurde in der höchsten Klasse zuletzt sogar ein Preisgeld ausgelobt: 19 Euro.

Darauf kann der SK Werther wohl in naher Zukunft nicht hoffen. Immerhin aber schaffte er am folgenden Spieltag in der Quarantäne-Liga 5B den direkten Wiederaufstieg und verdiente sich das Prädikat Fahrstuhlmannschaft. Dabei glänzte Jonas Freiberger mit einer Turnierleistung von 2634 Punkten und dem zweiten Platz in der Einzelwertung. Er bezwang sogar Großmeister Carlos Daniel Albornoz Cabrera aus Kuba (Fide-Elo: 2573). Hier ist die Schlussstellung ihres Blitzduells, nachdem die weiße Dame einen Bauern auf e6 geschlagen hat. 

Der Rechner zeigt ein Matt in zehn Zügen an. Der Schwarze gab auf.

Und hier ist der link zur Abschlusstabelle unseres Wiederaufstiegs in die Quarantäne-Liga 4B: https://lichess.org/tournament/cmiD4hjx

 

Absage der Schloss-Open 2020 – Cancellation of the Schloss-Open 2020

See english Version below

Aufgrund der coronabedingten entsprechenden Ordnungsverfügung der Stadt Werther vom 13.03.2020 wird das 26. Wertheraner Schachfestival (Schloss-Open 2020) hiermit abgesagt.
Alle eingegangenen Startgelder werden mit freundlicher Hilfe unserer Hausbank, der Volksbank Halle, zeitnah auf die Ausgangskonten (mit der Anmerkung „Rückgabegrund vom Kreditinstitut nicht spezifiziert“) zurücküberwiesen.
Alle bisher angemeldeten Teilnehmer werden per Email über die Absage informiert.
Dem Schachklub Werther ist einsichtig, dass der Stadt Werther im Rahmen der momentanen Situation gar keine andere Möglichkeit als die Absage bleibt.
Aus schachlicher Sicht bedauert der Verein die Entwicklung natürlich sehr und möchte an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnehmen, alle Schachspielerinnen und Schachspieler zur Teilnahme am nächsten Schloss-Open vom 25. (26.) – 28.März 2021 herzlichst einzuladen.

Due to the corona-related corresponding order of the city of Werther of 13.03.2020 the 26th Werther Chess Festival (Schloss-Open 2020) is hereby cancelled.
All received entry fees will be promptly transferred back to the outgoing accounts (with the note „Rückgabegrund vom Kreditinstitut nicht spezifiziert“ – „reason for return not specified by the credit institution“) with the kind assistance of our house bank, the Volksbank Halle.
All participants registered so far will be informed about the cancellation by email.
The SK Werther is aware that the city of Werther has no other option than to cancel the event in the current situation.
From a chess point of view the club of course regrets the development very much and would like to take the opportunity at this point to invite all chess players to participate in the next Schloss-Open from 25th (26th) – 28th March 2021.

NRW-Klasse 7. Spieltag: SK Werther – SK Münster II 3:5

Werther (ehu). Kürzlich berichtete mir ein Freund vom sogenannten Dunning-Kruger-Effekt. „Dunning und Kruger hatten in vorausgegangenen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen“, sagt Wikipedia.

Hier ist der Graph dazu, der das Verhältnis von Selbstvertrauen und Wissen veranschaulicht, ebenfalls aus der freien Enzyklopädie:

Demnach erreicht die grüne Kurve auf dem Weg vom Unwissenden bis zum Guru zwei Höhen beim Selbstvertrauen, nämlich gleich am Anfang den paradoxen „Mount stupid“ und am Ende das „Plateau der Nachhaltigkeit“. Dazwischen liegt das „Tal der Verzweiflung“ und der „Weg zur Erleuchtung“.

Die Kurve eignet sich natürlich hervorragend als Instrument, um Gegner, Freunde,  Nachbarn oder Mannschaftsmitglieder zu verspotten.  Ich frage mich, ob es nicht manchmal möglich sein könnte, dass Schachspieler vom „Weg der Erleuchtung“ zurückhüpfen auf den „Mount stupid“. Zumindest habe ich nach unserer Niederlage gegen Münster bei Jonas, Kalle und Markus die Vermutung dazu, weil sie allesamt ihre schönen, teilweise gewonnenen Stellungen mit großer Überzeugung wegpatzten.

„Wir hätten 6:2 gewinnen können“, stellte Marko nachher ganz richtig fest. Er hatte zuvor seinen Gegner im Endspiel mitten auf dem Brett mattgesetzt. Seine kuriose Schlussstellung kann ich leider nicht zeigen, da mir all meine Fotos zum Mannschaftskampf abhanden gekommen sind und mir keiner – bis auf Marius – seine Notation zur Verfügung stellte. Aus demselben Grund kann  ich Jans Sieg ebenfalls nicht mehr als nur erwähnen, der aus einer eher schlechten Stellung heraus gewann.

Es gibt jetzt nur einen kurzen Abriss von zwei Partien, der von mir und der von Marius: Marius hat vermutlich seine beste Saisonleistung gezeigt. Er spielte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus mit einer Kette starker Züge an die Wand. Hier ist seine Stellung bevor er als Schwarzer am Zug auf c4 die Dame schlug: 

Weil er danach durch ein drohendes Grundreihenmatt den Läufer gewonnen hätte, gab sein Gegner auf. Hartmann – Neumann 0:1.

DasTal der Verzweiflung bleibt indes mir vorbehalten. Jan zwang mich völlig zurecht, auf Sieg zu spielen. Als ich ihn fragte, ob ich Remis machen dürfe, hatte ich eine potenzielle Stellungswiederholung auf dem Brett. Doch Mario stand zu der Zeit im Läuferendspiel mit zwei Minusbauern auf Verlust, so dass der 3:4-Rückstand unvermeidlich war. Kurz zuvor erreichte ich sogar eine Gewinnstellung, erkannte aber die Opferfortsetzung nicht. Hier ist sie:

Lxh5 ist dem Rechner fast drei Bauerneinheiten wert – mir nicht. Ich zog grottig Th4.

Im späteren Spielverlauf opferte ich eine Figur nach der anderen und brach die Stellung komplett übers Knie. „Und er spielt auch noch weiter“, lästerte Jonas später in der Analyse. Was ich ihm, angesichts der Entstehung, bei passender Gelegenheit einmal mit einem spöttischen Muahahahaha vergelten werde. Kläglich musste ich in meine sechste Saisonniederlage einwilligen – ein Desaster.

Wir sind durch die bittere Niederlage wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht und ich muss wohl in der nächsten Saison wieder mit Miguel in einer Mannschaft spielen. Hier ist der link zur Tabelle: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2019/2871/

Jonas ist TWW-Blitzmeister

Halle (ehu). Jonas Freiberger ist Bezirksmeister im Fünf-Minuten-Blitzschach. Er lehrte 14 Mitkonkurrenten das Fürchten und gewann alle Partien bei der TWW-Einzelblitzmeisterschaft in Halle im Keller des Bürgerzentrums Remise. Sogar gegen seinen Chef zeigte er kein Erbarmen, den Schuldirektor Markus Spindler, der sich als ein starker Schachspieler entpuppte. Nur in einer Partie stand Jonas im Endspiel klar auf Verlust, doch sein Vereinskollege  Karl-Ulrich Goecke überschritt die Zeit.

Jonas Freiberger kann sich offenbar kaum gerade halten vor Freude. Er hat das Ding.

Erfreulich aus Sicht des SK Werther ist zudem das gute Abschneiden unseres Youngsters Leon Drees, der Fünfter wurde.

Hier der link zur Abschlusstabelle: http://www.sk-halle.de/wp-content/uploads/2020/02/TeutoBlitz-Februar-2020-Kreuz-R15.htm

NRW-Klasse 6. Spieltag: SG Bochum II – SK Werther 4:4

Bochum (ehu). Jonas sagte mir: Der Artikel zum Spiel schreibe sich dieses Mal von alleine. Das stimmt. Doch muss ich dafür einen der unseren in Ungnade bringen – und das will ich nicht. Denn vermutlich ist ihm das Geschehen auf dem Brett wohl selbst peinlich.

Aber ich bin der Wahrheit verpflichtet. Also berichte ich über die wohl schnellste Niederlage unserer Vereinsgeschichte. Die Unangreifbarkeit des Betroffenen bleibt gewissermaßen gewahrt, indem ich seinen Namen verschleiere und einen geänderten verwende: Miguel.

Miguel also ist am Sonntag nach eineinhalb Stunden Fahrt in Bochum angekommen und dort in der Erich-Kästner-Gesamtschule nach kaum fünf Minuten in eine Falle getappt, die in der NRW-Klasse wohl ihresgleichen sucht. Ein Spieler der vierthöchsten Liga tappt niemals hinein, glaubte ich. Denn das ist so, als würde Manuel Neuer einen Kullerball nicht am Überqueren der Torlinie hindern können.

Der Kullerball rollte an unserem Mann vorbei. Nach fünf weißen Zügen entschied er sich in dieser Stellung für den Klopper Sd7:

Die Antwort kam prompt. Ich werde sie nicht nennen – fast jedes Kind, das Schachspielen kann, findet sie. Weiß setzte matt. So endete das Spiel in Rekordzeit und Miguel stieg Schamesröte ins Gesicht. In die Falle wird er vermutlich nicht noch einmal hineinfallen. Weiter leiden aber wird er müssen. Denn ich werde ihn immer dann daran erinnern, wenn er mich wieder beim Blitzen besiegt hat.

Doch nun zum schwierigeren Teil des Berichtes – den lästerfreien, erfreulichen Dingen: Marius gewann gegen das vierzehnjährige Schachtalent Robert Prieb. Wie das geschah, ist mir ein Rätsel. Als ich zwischendurch einmal kurz auf sein Brett blickte, sah die Stellung für ihn pleite aus. Sie war allerdings so wild, dass der Doktorand der Physik die Partie drehen konnte. Nach dem Entziffern von Marius‘ kryptischer Notation zeigte mir der Computer den Wendepunkt der Partie. Hier ist er:

Schwarz zog jetzt h6 – ein Fehler. Marius bestrafte die inkonsequente Fortsetzung mit fxe6! und stand plötzlich deutlich besser.

Am zweiten Brett entwirrte Marko Suchland ein Schwerfigurenknäuel zum Sieg. Ein Remisangebot schlug sein Gegner im 30. Zug aus. Das war verständlich: Denn Schwarz hatte zuvor die ganze Zeit besser gestanden und schließlich einen Bauern gewonnen. Später aber wich der Bochumer einer stellungsgemäßen Zugwiederholung mit einem krassen Fehler aus:

Bochums Mann hätte in obiger Stellung mit seinem König den Schachgeboten aus dem Weg gehen sollen, rauf und runter. Er jedoch wollte offenbar gewinnen und zog Tf8. Die Rechnerbewertung flippt aus – Damengewinn für Weiß: Nach Txf8, Kxf8 kommt Tf3 mit Schach und gleichzeitiger Entfesselung der weißen Dame. Die droht jetzt Matt auf e8. Um das zu verhindern, spuckte der Bochumer kopfschüttelnd seine Dame und litt noch ein paar Züge weiter bis zum unumgänglichen Eingeständnis der Null.

Nach dem Damengewinn huscht beim Notieren ein winziges Lächeln über Markos Lippen.

Kampflos siegte unser Spitzenspieler Jan Haskenhoff, weil die Bochumer das erste Brett nicht besetzten. Das kam lange nicht vor. 100 Euro Strafe kassierte die SG Bochum. Jans Zeit war vertan.

Jonas und Kalle steuerten zum Mannschaftsremis gegen starke Gegner jeweils ein Remis bei. Ihre Partien waren für meinen Geschmack etwas dröge.

Mario unterlag als Letzter.  Wacker kämpfte er am fünften Brett beim Spielstand von 4:3 im verschiedenfarbigen Läuferendspiel. Zwei Mehrbauern des Gegners überstrapazierten jedoch Marios König und Bischof.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt längst aufgegeben. Schon ausgangs der Eröffnung setzte ich eine  gute Idee falsch um, quälte mich mit einem gegnerischen Turm auf der siebten Reihe herum und gab erst im 57. Zug auf.

Der eine Mannschaftspunkt gegen den Tabellenzweiten ist immerhin ein kleiner Erfolg. Noch sind wir Tabellensiebter,  eineinhalb Brettpünktchen fern von den Abstiegsplätzen. Anbei der link zur Tabelle: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2019/2871/

 

 

 

 

Karl Ulrich Goecke gegen Matthias Blübaum

Bielefeld. Kalle zählt zu den Stammgästen beim Volksbank-Cup. Vermutlich weil er dort regelmäßig eine gute Leistung erzielt. Auch bei der neunten Ausgabe des Schnellschachturniers war das so. Unser viertbester Spieler im Verein  landete nach neun Runden auf dem zehnten Platz von 88 Teilnehmern, nur knapp hinter den Preisgeldrängen – ein schöner Erfolg.

In der dritten Runde bescherte ihm das Los sogar Schachprominenz: GM Matthias Blübaum (Elo 2645). Mit Schwarz zog Kalle in den Kampf und verlor. Zwar zeigte er mir die Partie im Anschluss, doch zu wenig verstand ich von den Feinheiten der Stellung. Es ging wohl um einen Springerabtausch und das Aufziehen der Königsflügelbauern zur rechten Zeit – ich hab es nicht begriffen.

Nur einen Augenblick nach dieser Szene muss Kalle den weißen Zug Df6 schlucken. Er hat schon die Qualität weniger und verliert jetzt auch noch das Feld g7. Kalle gab auf.

Matthias Blübaum zog hier Df6. Blübaum – Goecke 1:0.

Zaungast war ich, als Kalle gegen FM Martin Hörstmann eine Qualität gewann und nach meinem Urteil klar besser stand. Am Ende vereinbarten sie Remis.

Für mich (Ekkehard Hufendiek) war es ein Ping-Pong-Turnier. Abwechselnd kreuzten deutlich schwächere und deutlich stärkere Gegner meinen Weg. Gerne hätte ich einen 2000er gehabt, oder wenigsten mal einen 1900er.  So spielte ich, gewann gegen die einen und verlor gegen die anderen, ohne eine Perle zu produzieren. Platz 31 war nicht schlecht, doch etwas mau.

In der letzten Runde zum Beispiel bekam ich den Paderborner Nachwuchsspieler Yin Haode (DWZ 1857) zugelost. Ich riskierte viel und spielte ein Gambit mit dem ich einst den zehnjährigen Matthias Blübaum geschlagen hatte. Irgendwann kam es zu folgender Stellung:

Ich hatte soeben Da4 gezogen und Schwarz kann gegen Lxa6 und Lxb7+- nichts mehr ausrichten, – außer Ka7 spielen. Nach mehreren Minuten des Nachdenkens vergaß der 14-Jährige tatsächlich seinen Turm auf e8 und zog Ka7. Ich sackte den Turm ein und setzte nach vielen weiteren Zügen umständlich matt.

Fahrlässig agierte ich hingegen gegen IM Roman Tomaszewski, verlor durch den Gabeltrick in der Eröffnung einen Zentralbauern und wurde dann langsam zusammengeschoben. Auch gegen Alexeij Wagner hatte ich keine Ahnung von den Dingen, verlor einen Läufer und ging schlimm unter.

Vor einer meiner Siegpartien übrigens erzählte mir mein Gegenüber, Jan Wehr, ich sei jetzt ein Youtube-Star. Tatsächlich: https://www.youtube.com/watch?v=gXSNjDrlWrE

(Ich empfehle Minute 2.06 bis 2.50. Später kommt sogar Jonas‘ TurKMenistan-Regel vor. Sie wird zwar als TurKMekistan-Regel bezeichnet, doch was solls).

Andreas war der dritte Vertreter unseres Vereines.

In der Auftaktrunde hält sich Andreas gegen Robin Wünderlich (Elo 2173) lange gut, geht aber schließlich doch unter.

Er startete mit zwei Niederlagen, setzte mit zwei Siegen fort und erzielte am Ende 4,5 Punkte – ein gutes Resultat.

 

 

 

Es leuchtet die rote Laterne

Langsam muss sich die zweite Mannschaft wohl an den Abstiegsgedanken gewöhnen, denn auch am heutigen 5. Spieltag fehlte nicht nur Glück. Trotz Bestbesetzung (erstmals in dieser Saison) war in Enger nichts zu holen. Am letzten Brett einigten sich die Kontrahenten nach ca. 90 Minuten auf ein stellungsgemäßes Remis. Ca. eine Stunde später dasselbe am Spitzenbrett. Anschließend drei Nullen in Folge: Malte Prochnow hatte am 2. Brett von Anfang an Probleme mit seinem routinierten Gegner. Am Ende der Eröffnung geriet er in leichten Materialnachteil. Dieses genügte dem Engeraner, um den Gewinn sicherzustellen. Am 4. Brett hatte sich Mesud Mujanovic eine erfolgversprechende Stellung erarbeitet, konnte dieses aber nicht ausnutzen und verlor am Ende sogar. Reinhard Geisler (7) fand schon aus der Eröffnung heraus nicht so recht ins Spiel, hatte mit einem gedeckten Freibauern in der Mitte zu tun, stellte einen Bauern ein und musste am Ende aufgeben.
Damit war der Kampf schon so gut wie gelaufen, denn schließlich bot die Stellung am 6. Brett ein klägliches Bild: Damenläufer und Damenturm standen eingesperrt in ihrer Ausgangspostion, während die Figuren des Gegners immer aktiver wurden. Gleichzeitig befand sich Ralf Diele (5) in einem Endspiel mit je drei Leichtfiguren und vielen verschachtelten Bauern – das Ganze sah eher nach Mikado aus: Bloß nicht zu viel bewegen. Vollkommen undurchsichtig bei gleichzeitigem Zeitdruck auf beiden Seiten zeigte sich die Partie von Michael Henkemeier. Ralf Diele lehnte dann ein Remisangebot tapfer ab, konnte aber weiterhin genauso wenig riskieren wie sein Gegner. Reinhard Milsmann gab bald auf, Ralf fügte sich in das unvermeidliche Remis, nur Michael Henkemeier kämpfte noch – mehr oder weniger trotzig – vor sich hin, hatte er es doch geschafft, dem Gegner im Zeitnotgetümmel eine Figur gegen zwei Bauern abzunehmen. Das folgende Doppelturmendspiel mit Springer gegen Mehrbauer zog sich letztlich bis zum 87. Zug, in dem der Engeraner anerkennen musste, dass auch sein letztet Bauer verloren ging und nach 6,5 Stunden aufgab.
Mit 0 Mannschaftspunkten teilt sich Werther 2 den letzten Tabellenplatz mit Heepen 1. Der Abstand zum rettenden 7. Platz beträgt bereits 5 Mannschaftspunkte – das ist wohl kaum noch aufzuholen.

https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2019/3005/tabelle/

NRW-Klasse 5. Spieltag: SK Werther – SG Kirchlengern 5,5:2,5

Werther (ehu). Im fünften Versuch ist uns endlich der erste Sieg geglückt. Doch wo war Mesud? Unser Ersatzmann hätte eigentlich mit den weißen Steinen am achten Brett sitzen sollen. Sein Fehlen brachte uns stattdessen 0:1 ins Hintertreffen und 50 Euro Strafe.

Links im Bild ist Mesuds Platz

Mit sieben Spielern gelang uns dennoch ein souveräner Mannschaftserfolg: Jonas Freiberger schlug mit einer Dame-Läufer-Batterie auf g6 ein, was ihm wenig später den Sieg einbrachte. Damit belohnte sich unser ehemaliger Spitzenspieler für seine hohe Risikobereitschaft, bei der er das Bauernschild vor seinem König abschüttelte wie ein nasser Hund das Wasser.

Jonas kombiniert

Sehr cool zog Kalle die Figuren über das Brett: Bis nach a6 ließ er seinen Bauern vorpreschen und fing später mit einem Zirkuszug (O-Ton Karl Ulrich Goecke) den schwarzfeldrigen Läufer.

In obiger Stellung ignorierte Kalle den Angriff auf seinen Bauern. Er schraubte stattdessen einen niedlichen Gewinnzug aufs Brett – Weiß am Zug gewinnt den Läufer.

Kalle wiederholt in der Analyse seinen Zirkuszug

Auch ich fuhr nach langer Durststrecke meinen ersten Saisonsieg ein. In der Eröffnung überspielte ich meinen Gegner, streute dann einige Fehler ein, die der Kirchlengener aber nicht nutzte.  Ein taktisches Turmopfer auf g7 beendete die Partie.

Weiß am Zug gewinnt die Dame nach Txg7+. Hufendiek – Knollmann 1:0

Anschließend stellte Jan Haskenhoff Maurice Gulatz am Spitzenbrett mit einem hübschen Bauernzug vor die Wahl Pest oder Cholera. Dabei überschritt sein Kontrahent die Zeit. In der Analyse grübelten sie gemeinsam über eine halbwegs passable Fortsetzung für Weiß – es gibt jedoch keine:

Jan und sein Gegner suchen eine Fortsetzung nach dem Totschläger h4

Mario Ortpaul indes hatte Glück, weil sein Gegner eine vielversprechende Stellung misshandelte: Unser Mann am fünften Brett musste sich lange Zeit tapfer einem furchterregendem Angriff erwehren. Er platzierte seinen Turm abzugsbereit vor die gegnerische Dame und bekam unverhofft seine Chance: Abzugsschach und Damengewinn.

Eine herausragende Spielführung mit unglücklichem Ausgang zeigte Marko Suchland am dritten Brett: Er tauschte zunächst die Damen, opferte später einen Bauern für die Initiative und das Läuferpaar. Den positionellen Vorteil überführte er sauber in ein gewonnenes Endspiel mit vier Mehrbauern – der Computer gibt Schwarz vor seinem 37. Zug mehr als acht Bauerneinheiten Vorteil. Doch für Marko selbst wohl am unverständlichsten, vergaß er die Uhr und überschritt trotz Inkrementmodus die Zeit. Hier ist die Schlussstellung, in der der Bauernzug nach f5 eigentlich nahe liegt:

Krüger – Suchland 1:0

Am Ende fügte Markus dem Endergebnis noch einen halben Punkt hinzu: Lange hatte er zuvor mit einem Mehrbauern im Springerendspiel die Stellung seines Gegners geknetet. Schließlich fügte er sich in die Punkteteilung.

Markus findet in der letzten Partie des Tages keinen Gewinn im Springerendspiel

Durch den Sieg hat der SK Werther vorerst die Abstiegsplätze verlassen und sich vom letzten auf den sechsten Tabellenplatz katapultiert.

Hier der link zur aktuellen Tabelle: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2019/2871/