Zwar sah es zwischendurch auch mal nicht gut aus, aber am Ende war das 1,5 : 4,5 unserer Jugendmannschaft gegen Gütersloh nicht so recht verdient.
Johann überspielte seinen viel älteren Gegner komplett, hatte schnell einen Figurenvorteil und einen unaufhaltbaren Freibauern im Endspiel. Leider unterschätzte er das schwarze Gegenspiel, das leicht hätte verhindert werden können, und musste ein Dauerschach durch zwei Türme auf der zweiten Reihe zulassen.
Den einzigen klaren Verlust musste Silas hinnehmen, dem kurz nach der Eröffnung ein wichtiger Zentrumsbauer abhanden kam. Nach und nach kamen eine Figur und dann ein Turm dazu. Unser viertes Brett ließ sich letztlich das Treppenmatt zeigen.
Jonas an Brett fünf verpasste die Gelegenheit, seinen König rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und blieb in der Mitte stecken, gewann allerdings eine Figur gegen drei Bauern. So mußte er stets aufpassen, hatte aber auch Gegenchancen. Schließlich geriet er aber in eine Fesselung, die ihn eine Figur kostete, und konnte dann das Endspiel mit Springer gegen Turm nicht halten.
Kevin spielte ein sehr gute Partie. Er setzte den Schwarzen aus der Eröffnung heraus unter Druck, dem sich der Gütersloher nur dadurch zu entledigen wußte, daß er die Qualität gab. Der schwarze König wanderte allerdings in der Mitte herum, und der einzige Trumpf des Nachziehenden war ein Freibauer in der Mitte. Unser zweites Brett fraß noch einen Bauern, übersah dabei aber ein einzügiges Matt.
Felix stand schnell besser und gewann einen Bauern. Nach einigen Abenteuern entstand ein Doppelturmendspiel, in dem zunächst der eine Spieler, dann der andere einen Bauern einstellte. Nach Turmtausch gab es ein Endspiel mit drei gegen zwei Bauern an einem Flügel, dass unser Mann vielleicht etwas zu früh remis gab.
Kacper spielte eine passive Krautereröffnung und stand wahrscheinlich pleite, einfach war es jedoch nicht. Er wand sich irgendwie aus seiner gedrückten Stellung heraus und hatte am Ende vielleicht sogar das bessere Endspiel, das er aber nicht ausreizte, weil der Kampf ohnehin verloren war.
Am 21.05. geht es in Brackwede darum, wenigstens einen Ehrentreffer zu erzielen.
Gütersloh (ehu). Mesud hat es immer eilig. Oft kommt er zu spät. Bei unserem Mannschaftskampf in Gütersloh sagte er mir kurz vor Spielbeginn, dass er um 15 Uhr wieder zuhause sein müsse, um ein wichtiges Fußballspiel seiner Kumpels zu sehen. Dort gehe es um den Aufstieg.
Bei uns ging es nur um den Klassenerhalt. Und den sicherten wir uns dank Mesuds schnellem Sieg gegen Matthias Kapitza. Nominell lag Mesud 300 DWZ-Punkte unter dem Vorsitzenden des Gütersloher SV. Im 24. Zug bot Mesud Remis, im 27. Zug sackte er den vollen Punkt ein. Ich konnte es nicht glauben. Zweimal habe ich nachgefragt, ob er wirklich gewonnen hat. Ein kurzes Kopfnicken seinerseits und schon verschwandt er zum Fußball. Er wird viel zu früh am Platz gewesen sein und sich sehr geärgert haben über das Zuviel an Zeit. Seine Kumpels spielten 1:1 und rutschten auf den dritten Tabellenplatz ab.
Hier sind zwei Diagramme aus seiner Partie, die ein Auf und Ab taktischer Chancen bot. In dem nachfolgenden Diagramm verpasste Matthias Kapitza den Einschlag auf f3, der für ihn die Partie gewonnen hätte:
Stattdessen spielte er Sb5 und entschied sich im 26. Zug zu dem Bauernvorstoß f6 – eine fehlerhafte Analogie zu Mesuds Vorstoß f3. Nach einem Schlagabtausch griff Mesud mit seinem Läufer die Dame an, die das Grundreihenmatt decken muss und daher nicht zur Seite ziehen kann. Sichtlich konsterniert gab Kapitza auf. Hier die Schlussstellung:
Unser zweiter Ersatzmann Joshua Schramm bekam es am achten Brett mit dem nominell besten Gütersloher zu tun: Manuel Ebert. Ihr Spielstärkeunterschied liegt bei fast 650 DWZ-Punkten.
Kurz vor seinem 40.Zug gab Joshua in aussichtsloser Stellung auf. Für seinen Einsatz spendierte ihm Jonas später ein Essen. Fairerweise hätten wir alle das Geld dafür zusammenlegen müssen. Aber wir anderen taten so, als hätten wir nichts zu schaffen mit solch selbstloser Nettigkeit. Wenn Jonas so dumm ist – bitteschön.
Anschließend liefen wir einem 2:3-Rückstand hinterher, nachdem Markus immer tiefer in Bedrängnis geriet.
Er überließ seinem Gegner schließlich den Aufbau eines hübschen Mattbildes:
Bei Mario verlief die Partie ähnlich frustrierend: Er spuckte erst zwei Bauern und klebte am Ende mit seinem König auf der achten Reihe fest.
Hier sein trauriges Schlussbild nach dem 41. Zug von Weiß:
Wieviel Glück wir letztlich hatten, zeigen zwei Partien. Die erste stammt von Kalle:
Gegen Noah Wulfhorst stand er mehrere Züge lang total breit: Zu seiner Freude verpasste sein Gegner in folgender Stellung die letzte Möglichkeit zu dem gewinnbringenden Zug Lxf3:
Stattdessen spielte Kalles Gegner im 23. Zug Sd7. Die Computerbewertung stürzt ab. Später servierte ihm Kalle ein Matt in sieben Zügen:
Los geht’s mit 33. Dc6+. Für Rechenfaule hier die Zugfolge bis zum Matt: Kd8 34.Qa8+Sb8 35.Qxb8+ Kd7 36.Qe8+Kc7 37.Rc6+Kb7 38.Qc8+Ka7 39.Rxa6#
Jan indes gewann so, wie Jan in dieser Saison immer seine Partien gewinnt: Er sitzt einfach da, stundenlang und starrt aufs Brett wie in ein Loch.
Irgendwann hat er irgendwas mehr. Fast immer reicht das zum Sieg. In den ersten Zügen einer Partie verhalte ich mich jetzt genauso. Ich sitze einfach da und starre aufs Brett wie in ein Loch. Irgendwann hab ich etwas weniger und geb’s auf. Es ist ein Rätsel.
Hübsch schloss er die Partie mit einem Damenopfer ab:
Ich will mein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Denn ich war es, der den halben Punkt zum Sieg beisteuerte: Heroisch verteidigte ich eine üble Stellung. Es gibt leider kein Foto von mir. Deswegen ein vergleichbares Bild, so wie ich mich selbst erlebt habe.
Zweimal bot mein Gegner während der ersten Züge die Punkteteilung an. Sein Vereinskollege erzählte mir, dass mein Gegner ein christlich-orthodoxes Fest feiern wolle. „Wenn du dich wohlfühlst, spiel weiter“, sagte Jan. Ich starrte aufs Brett wie in ein Loch und verlor zwei Bauern. Danach musste ich ums Remis betteln – Danke, Jan. Später bot ich Remis, mein Gegner lehnte ab – zurecht. Mehrmals musste ich Mattdrohungen abwehren. Jedes Schachgebot kommentierte der Gütersloher reichlich redundant mit dem Zusatz: „Schach!“. Einmal wollte ich zurückfragen: „Wo?“ Ließ es aber bleiben. Ich mag die Gütersloher ja eigentlich. Am liebsten sind sie mir, wenn sie verlieren. Völlig fertig bin ich zwischenzeitlich ins Verderben getapert:
Sf2 hat die Partie verpatzt. Besser wäre für mich das Turmschach auf f6 gewesen mit nachfolgendem, sinnleeren Kampf Turm gegen Turm und Springer. Doch glücklicherweise wählte mein Gegner das falsche Schachgebot: Sf3+. Gewonnen hätte Sf5+, weil mein Springer verloren geht, ohne dass ich den f-Bauern dafür bekomme. Die Zugfolge laut Engine ist für mein Empfinden kryptisch: 67. Nf5+ 68.Kh3Kf3 69.Ra2Rg3+ 70.Kh2Rg2+ 71..Kh3Ne7 72.Ra7Rg7 73.Kh4Kxf2 . Doch nach Sf3+ ließ mein Gegner die Zügel weiter schleifen und ich befreite mich endgültig. Das dritte Remisangebot nahm ich dankend an. „Schach!“ hätte ich dabei rufen sollen.
Beim Spielstand von 3,5:3,5 brauchten wir noch einen Sieg zum Mannschaftserfolg. Jonas war gefordert und er lieferte.
Wie so oft ist seine Schlusskombination mit Schwarz hübsch anzusehen:
Weiter ging es so: 60.Kxg4Rg7+ 61.Kxh4Rxf4+62.Kh5f2 63.Rd1+Ke5 64.d6Rd4 65.Rf1Rg2 und Aufgabe.
Durch den knappen Auswärtserfolg haben wir jetzt acht Punkte auf dem Konto und liegen zwei Spieltage vor dem Saisonende auf dem fünften Platz in der Tabelle – mit dem Abstieg haben wir nichts zu tun.
Münster (ehu) Der SK Münster gehört nach Größe in die Top-Twenty der Schachvereine in Deutschland. Seine Pokale bilden eine einschüchternd-lange Reihe, seine Schachbibliothek reicht über eine ganze Wand und der Verein kann sogar einen Bundesfreiwilligendienstler beschäftigen.
Wir aber ließen uns nicht einschüchtern. Im Auswärtsspiel gegen Münsters Drittvertretung hätten wir in Bestbesetzung gewonnen. Das scheint mir keine gewagte Behauptung zu sein angesichts der knappen und ziemlich unglücklichen 3,5:4,5-Niederlage.
Am Anfang des Berichts erscheinen die einzigen zwei Sieger des SK Werther: Jonas und Mario. Wobei Mario nicht nur als Letzter gewann, sondern auch die dramatischste Partie des Tages produzierte. In folgendem Foto zieht er vor aller Augen genüsslich und mit langem Arm seinen Turm auf die weiße Grundreihe und gewinnt damit die Dame und nur etwas später die Partie.
Zuvor machten Marios weit vorgerückter Freibauer und sein wild umher hüpfender Springer dem Gegner das Leben schwer.
Jonas indes gewann mit einer hübschen Kombination:
Schlägt die schwarze Dame nun den Bauern auf e6, gewinnt die Antwort Tf8! die Dame. Schlägt in der anderen Variante der schwarze Springer den Turm, geht die Abwicklung ebenso hübsch weiter: 30. exf7+ Kh8 31. fxe8D+ Txe8 32. Dd1! und Weiß behält einen Läufer mehr (Dxe2 33.Dxe2 Txe2 34. Tf8 matt).
Das also waren die zwei Siege. Jetzt kommen in aller Kürze die drei Unentschieden: Kalle am zweiten, Ekki am fünften und Miguel am siebten Brett steuerten je einen halben Punkt zur Niederlage bei. Kalles Stellung war nach meiner Einschätzung eher leicht schlechter, meine nach der Eröffnung klar besser und Michaels Stellung an irgendeiner Stelle gewonnen.
Nicht vorenthalten will ich dem Leser die drei Pleitepartien:
Zunächst stellte Markus als Weißer mit seinem Läufervorstoß nach d5 eine Figur ein, da Schwarz den Läufer einfach mit seinem Turm vom Brett nahm:
Anschließend verlor Rüdiger bei seinem Saisondebut ausgangs der Eröffnung einen Bauern. Kompensation null. Später verlor er noch einen zweiten Bauern beim Übergang ins Endspiel. Hier ist die Patzerstellung, in der er soeben g6 gezogen hatte und dabei den Einschlag Sxg6 übersah. Nach drei weiteren Zügen gab er auf:
Ausgerechnet unser Ersatzmann Felix Linnenbrügger saß am achten Brett dem ehemaligen NRW-Meister Martin Molinaroli gegenüber. Der DWZ-Unterschied zwischen beiden betrug etwa 1000 Punkte. Im achten Zug unterlief Felix der erste unscheinbare aber schwere Fehler. Mit a6 befragte er den weißen Läufer. Damit ging forciert eine Figur flöten, weil Weiß den Springer schlug und nach dem Wiedernehmen des c-Bauern anschließend mit c5 den Läufer einklemmte:
Mir persönlich ist am Mannschaftskampf besonders positiv das spanische Lokal El Flamenco im Gedächtnis geblieben. Sehr zufällig landeten wir dort, nachdem die üblichen Imbiss-Spelunken noch geschlossen waren.
Kalle probierte zum ersten Mal in seinem Leben Hai. Die anderen hingegen hielten sich an das einstige Wahlkampfmotto Adenauers von 1957 und wagten keine Experimente.
Ich bestellte Hähnchenbrustfilet geschnetzelt in pikanter Tomatensoße mit Gemüse. Selten habe ich so gut gegessen. Sogar dem links-grün-versifften Gutmenschen schmeckte der Hai vorzüglich.
Das Bürgerhaus in Häger wird ab sofort für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet. Für den SK Werther bedeutet das, dass alle dort geplanten Veranstaltungen anderswo stattfinden müssen.
Die am 2.4. stattfindende Bezirksmeisterschaft wird in Halle in der Remise stattfinden. Danke an den SK Halle!
Der U20-Termin am 30.4. kann im Storck-Haus stattfinden, ebenso wie der Mannschaftskampf der ersten Mannschaft am 22.5.
Für den 8.5., wo die Zweite ihr letztes Heimspiel austrägt, müsen wir uns noch eine Spielstätte suchen.
Werther (ehu). Wir haben uns auf den dritten Tabellenplatz katapultiert. Nachher warf ich mit der überschwenglichen Bemerkung, „Wir können sogar noch aufsteigen!“ einen Köder in die Runde. Niemand biss an. Ein Aufstieg scheint tatsächlich unrealistisch, denn schließlich haben Kamen und Münster zwei Spiele weniger als wir absolviert.
Gegen Lemgo sahen die meisten Stellungen aus unserer Sicht ziemlich gut aus, noch dazu gewann Markus kampflos.
Kalle siegte auf Zeit, weil sein Gegner nach einer Lösung seiner Stellungsprobleme suchte, die es aber nicht gab. Er stand am Ende nach Kalles unschuldig anmutenden Bauernvorstoß total breit:
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Unser Spitzenspieler Jan häufte in gewohnt geduldiger Hamstermanier mikroskopische Vorteile an. Die brachten ihm ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern ein. Die Partie führte er in 55 Zügen und sauberer Technik zum Sieg.
Hier ist Jans Schlussstellung als Schwarzer nach seinem Zug Ke5:
Unsere drei Ersatzleute spielten gut. Michael holte in überlegener Manier einen ganzen Punkt, nachdem er mit seinen Springern Vorposten eroberte, die der Lemgoer mit einem Qualitätsopfer zu bekämpfen versuchte. Doch auch dadurch entging sein König nicht Michaels Kreuzfeuer.
Es folgt Michaels Schlussstellung, in der er soeben einen Bauern auf d3 geschlagen hat und durch die Fesselung des Springers einen Augenblick später die Aufgabe seines Gegners annimmt:
Die kurioseste Partie produzierte Mesud. Als Ersatzmann am siebten Brett spielte er gegen einen nur geringfügig stärkeren Gegner, denn Lemgo trat ebenfalls stark ersatzgeschwächt an. Zunächst kam Mesud 20 Minuten zu spät. Ich trat gerade an sein Brett als er die schwarze Dame nach h4 zog und prompt pleite stand. Nach der weißen Antwort Lg3 würde eine Figur verloren gehen. Mesuds Gegner wählte zwar eine andere Fortsetzung, stand damit aber ebenfalls klar auf Gewinn. Erst im 33. Zug wendete sich das Blatt: Mesud pflückte ungeniert einen Turm vom Brett, der einzügig einstand. Zeitnot war – glaube ich – nicht im Spiel. Damit glich er seinen eklatanten Stellungsnachteil zunächst wieder aus, genaugenommen stand er sogar leicht besser. Doch zwei Züge später verspielte er seinen Vorteil. Dem Computer muss beim Durchlauf schwindelig werden angesichts der Höhen und Tiefen der Partie. Am Ende wurde es Remis. Die Schlussstellung aus schwarzer Sicht ist ein Diagramm wert:
Der Computer bewertet die Stellung mit 0.0 und zeigt ein Dauerschach nach Sxc8. Ich habs nicht gesehen, denn dafür muss Schwarz seinen Turm auf g3 opfern und erkennen, dass der weiße Turm nach dem anschließenden Damenschach gefesselt ist. Darüber hinaus muss man sehen, dass eine Königsflucht über g4 wegen Damenverlust ins Verderben führt. Ist eigentlich eine niedliche Trainingsübung zum Rechnen.
Kacper spielte ordentlich und erreichte ein recht unspektakuläres Remis nach 17 Zügen.
Details zu Jonas Partie erspare ich mir und den Lesern. Sie war ein Hemmnisduell mit geschlossener Bauernformation und führte zum gerechten Unentschieden. Bei der Analyse im Outside nahm sie zwar den meisten Raum ein und unsere Spitzenspieler bezeichneten die Stellung unisono als „sehr spannend“ – ich fand sie langweilig.
Eine Partie fehlt noch: meine. Das Ergebnis darf angesichts unseres heroischen Sieges unter den Tisch fallen.
Zwei Details am Rande: Zum einen kam der Schiedsrichter, Detlev Hübner, etwa eine Dreiviertelstunde zu spät. Er hatte wohl den falschenZug genommen. Wir begannen ohne ihn, Streitfälle gab es keine.
Zum anderen drückte Michael beim Anstellen der Uhr unbemerkt den falschen Knopf. So blieb die Zeit bei den Anfangszügen seiner Partie stehen, bis sein Gegner den Faux-Pas bemerkte. Man kann Michael nicht trauen: In einer Blitzpartie mit mir hat er mal seine eigene Figur geschlagen und vom Brett genommen – blöd wie ich bin, hab ich’s reklamiert …
Im ersten Jugendmannschaftskampf seit sehr langer Zeit ging es gegen eine Truppe, die wegen ihrer deutlich höheren Durchschnitts-DWZ klar favorisiert war. Angesichts dessen haben sich unsere Jugendlichen insgesamt sehr achtbar aus der Affäre gezogen.
Am fünften Brett hatte Jonas das Pech, dem Gegner voll in eine scharfe Eröffnungsvariante zu laufen und wurde bald in der Mitte des Brettes mattgesetzt. Den Ausgleich schoss unser Neuzugang Johann, der zunächst durch einen taktischen Trick eine Figur verlor. Unverdrossen spielte er jedoch weiter, nahm einen todesmutigen Turm weg und setzte schliesslich den Gegner matt.
Da sah es fast nach einem Punktgewinn aus, denn Leandro hatte in einer souverän geführten Partie eine Figur gewonnen, Colin stand ebenso solide bis bisser wie Felix und Kevin hatte sich am Spitzenbrett nach einem frühen Bauernverlust ziemlich gut bekrabbelt und übte positionellen Druck aus.
Es machte sich dann aber doch die größere Erfahrung der Rhedaer bemerkbar: Leandro verlor zwei Bauern und tauschte unglücklich in ein Endspiel ab, in dem sein Mehrläufer gegen die Bauernwalze des Gegners nichts ausrichten konnte. Felix stellte eigentlich nur eine Qualität ein, schaffte es aber, daraus einen ganzen Turm zu machen, und obwohl sein Gegner ihm unverständlicherweise eine Figur zurückschenkt, war das Endspiel nicht zu retten.
Colin spielte seine leicht bessere Stellung nicht voll aus und begnügte sich mit remis. Kevin hätte trotz des Minusmaterials noch in die Offensive gehen können, ließ es aber gut sein und nahm den halben Punkt gegen seine starke Gegnerin mit.
Die Märzrunde in Halle begann etwas später, da der Keller der Destille schon anderweitig belegt war. Glücklicherweise konnte schnell ein schöner Ersatz gefunden werden: Es wurde einfach in der Cafeteria der Remise gespielt.
Felix Linnenbrügger mußte sich der Routine des erstmals angetretenen Jörg Fischer (Künsebeck) beugen, der aus seiner Wahlheimat Dessau vorbeischaute. Karl Ulrich Goecke hatte mit Andreas Nimtz aus Versmold mehr Mühe, als ihm lieb sein konnte, und stand zwischenzeit höchst verdächtig. Letztlich setzte er sich dann jeoch im Doppelturmendspiel durch und führt nun mit 5 Punkte die Tabelle an.
Der nächste Termin ist der 2. April (Bürgerhaus Häger).
Aufgrund von Bauarbeiten im Storck-Haus müssen wir am nächsten Freitag (11.03.) nach Häger ausweichen (Bürgerhaus Häger, Engerstr. 122, 33824 Werther).
Bei der Märzausgabe des Teutoblitz traten neben den gewohnten Gesichtern auch Florian Schreiber und Stephan Peters aus Brackwede, Markus Spindler (Halle) und endlich einmal wieder unser Ekkehard Hufendiek an. Zusätzlich gab es wie bereits im Februar in Werther zahlreichen, größtenteils jugendlichen Besuch aus Hagen in der Haller Remise. So wurde die Siegerehrung erst vorgenommen, als die Geisterstunde bereits näherrückte.
Es gewann Jonas Freiberger mit 17,5 von 18 möglichen Punkte vor Karl Ulrich Goecke und Florian Schreiber mit 15,5 Punkten. Ekki merkte man ein wenig an, dass er in letzter Zeit etwas Rost angesetzt hat (9 Punkte); Felix Linnenbrügger heimste ein großes Lob von einem Hagener ein („Du spielst wie ein 2000er“) und lag im Pulk der Jugendlichen mit 6,5 Punkten auf einem vorderen Mittelfeldplatz.
Es ist großartig, dass jetzt wieder solch langen Blitzrunden stattfinden können. Im April wird dies in Versmold vermutlich ebenso sein: Es startet die Serie von sechs Blitz-ELO-ausgewerteten Turnieren (http://www.sk-halle.de/2022/02/11/teutopokal-sonderserie-mit-elo-auswertung-ab-april/), bei der das Interesse auch im weiteren Umkreis groß sein dürfte. Deshalb ist eine Anmeldung an
Markus.Schirmbeck@sk-halle.de
erforderlich mit der Angabe seiner FIDE-ID, die man, wenn man noch keine hat unter
Werther (ehu). Nach dem dritten Spiel folgt überraschend der sechste Spieltag. Die Schach-NRW-Klasse 1 ist ein wenig durcheinander geraten. Grund sind die Verlegungswünsche unserer zwei Gegner vom vierten und fünften Spieltag.
Sei’s drum, gegen Königsspringer Hamm haben wir klar gewonnen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan. Es ist der erste Mannschaftssieg der Saison. Keiner von uns verlor, fünf gewannen.
Entspannt führten die Sieger im Outside ihre Partien vor. Nur wenige Male warfen sich Jan und Jonas konträre Einschätzungen um die Ohren. Kalle vermittelte, der Rest schwieg Stille – alles wie immer.
Malte Prochnow, unser Ersatzmann für Rüdiger am achten Brett, hatte leichtes Spiel gegen einen knapp 300 Punkte schwächer eingestuften Gegner: Seinem Königsangriff widersetzte sich der Hammer nur halbherzig.
Hier ist Maltes Schlussstellung:
Der letzte Zug war 22.Tf4. Weiß droht einen Schwenk auf die h-Linie. Die Drohung kann nur mit einem sinnlosem Damenopfer pariert werden. Der Mann vom KS Hamm zog die Aufgabe vor. Nach kaum zwei Stunden Spielzeit markierte Malte damit die Führung.
Als nächstes steuerte ich recht glücklich einen halben Punkt bei, weil mein Gegner Remis bot, obwohl seine Figuren deutlich aktiver stehen als meine. Der Zug a4! hätte für Schwarz einen gewinnbringenden Vorteil gebracht:
2,4 Bauerneinheiten im Plus bewertet der Computer hier die schwarze Stellung. Es war eine von zwei Partien, die für uns mit einer Niederlage hätten enden können.
Die andere Verluststellung bekam Mario aufs Brett:
Unser Mann hat soeben den Zug Teb8 ausgeführt. Nach der schwarzen Antwort b4! wäre Marios Springer flöten gegangen. Stattdessen hüpfte der Hammer etwas planlos mit seinem Springer nach f4, was nichts droht. Die Kombination ist wegen eines Turmrückzuges im dritten Zug nicht leicht zu sehen, wie ich finde – 1.b4 Rxc7 2.Rxc7 Rb7 3.Rc2!!
Später ließ Marios Gegner eine ähnliche Möglichkeit noch einmal verstreichen, so dass Mario im 40. Zug ins Remis entkam.
Es folgten ein paar Siege: Markus setzte in einem Damenendspiel seinen Mehrbauern durch,
Jonas hatte Spaß in einem überlegenen Läuferduell
und Marco suchte nach einem Totschläger in einem haushoch gewonnenem Mittelspiel, fand ihn aber nicht und ließ die Zügel etwas schleifen.
Erst im 64. Zug gab sein Gegner auf. Hier ist die Schlussstellung nach dem Krebsgang von Marcos König:
Zuvor hatte Kalle mit einer hübschen Kombination den Sieg eingefahren.
Die Zugfolge präsentierten die Mannschaftskameraden im Outside als Aufgabe. Hier ist sie – Weiß zieht und gewinnt in drei Zügen eine Figur: