Werther (ehu). Wir haben uns auf den dritten Tabellenplatz vorgekämpft. Wer hätte das gedacht? Relativ schwach besetzt traten die Gäste aus dem Raum Dortmund im Storck-Haus an. Entsprechend ungefährdet war unser Sieg. Nun wird der Tabellenvorletzte SV Eichlinghofen absteigen.
Hier sind die Einzelergebnisse:

In der Chronologie des Spielverlaufs remisiert zuerst Mario mit Schwarz an Brett 5:

Seine Schlussstellung ist ausgeglichen:

Der Partiechart rechtfertigt sein frühes Remisangebot im 20. Zug. Im Sinne der Mannschaft jedoch hätte ich weitergespielt:

Jonas gelingt anschließend an Brett 1 ein glücklicher Schwarzsieg.

Unser Spitzenmann steht nach einem Fehler im 19. Zug auf Verlust. Im Höchstwert beträgt sein Nachteil etwas mehr als vier Bauerneinheiten. Doch wie ein feuchtes Stück Seife glitscht er seinem Gegner aus der Hand. Niedlich ist sein siegbringender Bauernzug b3 kurz vor Schluss der Partie. Nachspielen!:
Jonas‘ Berg- und Talfahrt:

Der Depp des Tages bin ich. Risikofreudig opfere ich an Brett 4 in der Eröffnung einen Springer. Kurz darauf zielen meine Läufer siegverheißend in Richtung Königsstellung. Mein Vorteil beläuft sich in der Spitze auf mehr als vier Bauerneinheiten. Ich rechne mit Zähneklappern bei meinem Gegner und plane, die Notation abends über mein Bett zu hängen. Doch dann verliere ich den Überblick und werde auch noch mattgesetzt – wie ein Mädchen.

Katharsis in der Psychologie gilt zwar als widerlegt, doch wer sich Reinigung durch Schadenfreude verspricht, dem sei das Stück zum Nachspielen empfohlen:
Florian an Brett 6 agiert mit Weiß zurückhaltend. Dem Eindringen eines schwarzen Turms auf die zweite Reihe setzt er wenig entgegen. Schließlich patzt er und scheint früher oder später aufgeben zu müssen, denn der Computer berechnet seinen Nachteil auf Minus fünf Bauerneinheiten. In einem total verlorenen Turmendspiel bleibt er dennoch zäh und entwischt verdient ins Remis.

Hier ist seine Schlussstellung, in der er das Schlimmste längst überstanden hat:

Und hier sein Chart:

Jan an Brett 2 kommt immer besser in Fahrt. Er hat seinem Konto jetzt den dritten vollen Punkt beigefügt. Sein verschwenderischer Umgang mit der Zeit indes hat sich kaum gebessert. 36 Minuten zeigt seine Uhr nach dem neunten Zug an.

Jans Schlussdiagramm:

Von strategischen Herausforderungen erzählen die Ungenauigkeiten auf beiden Seiten:

Marko sitzt an Brett 3 dem nominell stärksten Spieler der Gäste gegenüber – DWZ 2094. Dennoch nagelt er seinen Kontrahenten an die Wand als wäre der ein Fliegengewicht – eine Glanzpartie:

Hier ist das Schmuckstück zum Genießen:
Beim Spielstand von 4:2 aus unserer Sicht laufen noch zwei Partien am siebten und achten Brett.
Malte an Brett 7 wehrt sich tapfer, ist aber einem weit vorgerückten Freibauern des Weißen hilflos ausgeliefert.

Nur einmal bekommt er in scheinbar verlorener Stellung die Chance zum Ausgleich: Was hättet ihr gezogen?:

Von den vielen Verlockungen remisiert nur der Zug Tf8 – darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Malte zieht stattdessen b5 – hätte ich auch versucht. Der Computer fällt in Ohnmacht: Von 0,00 springt die Bewertung auf 5,5. Nach vier weiteren Zügen reicht Malte die Hand zur Aufgabe. Der Partiechart:

So liegt der Mannschaftsieg in der Hand unseres Ersatzmannes Michael an Brett 8:

Michael spielt stark, erfüllt die Erwartungen und erschafft zusätzlich eine vergnügliche Perle: Wie aus dem Nichts zaubert er eine schachliche Anekdote aufs Brett, und zwar durch das Nichtausführen des weißen Vorstoßes e6 im 36. Zug – mehr auf der Hand liegen kann ein Zug kaum.
Der Chart spricht für sich, ebenso die kuriose Zugfolge des Mittel- und Endspiels, die daher in voller Länge angefügt ist:

Zum Schluss die Tabelle:

Und der Link zur Schachbundseite der NRW-Klasse: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=nrw-k1
