Die Erste rehabilitiert sich mit 7,5-0,5 gegen den SV Soest

Nach den beiden schwachen Auftaktkämpfen mußte gegen Soest endlich etwas Zählbares her. Die Voraussetzungen dafür waren gut: Die beiden ersten Bretter Jonas und Marko waren erstmals gleichzeitig am Start, mit Michael stellte sich ein erfahrener Ersatzspieler (für Markus) zur Verfügung, und die Soester hatten gleich drei Leute aus der Stammelf zu ersetzen. Dass es ein Kantersieg werden würde, der an das legendäre 8:0 vor zwei Jahren gegen den gleichen Gegner erinnerte, konnte allerdings nach zwei Stunden niemand ahnen.

Da hatte Marius bereits eine Qualität weniger und Karl war nicht gut aus der Eröffnung herausgekommen. An drei anderen Bretter war allerdings ein gewisser Optimismus nicht unangebracht: Jonas hatte getrickst und eine Qualle eingeheimst, Ekki besaß starken positionellen Druck und Michael lavierte vielversprechend herum. Er war es dann auch, der den Punktereigen eröffnete: Ein fein herausgespielter Materialgewinn bei vollem Brett ließ dem Gegner keine Wahl, als die Fide-Regel 5.1.2 in Anspruch zu nehmen.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Ekki brach entscheidend durch, Karl profitierte von einem Figureneinsteller seines Gegenübers, Jan zerpflügte den schwarzen Königsflügel, Mario wies den Angriff des Gegners ab, konterte im Zentrum und gewann Material und Marko spielte seine etwas bessere Stellung gekonnt in beiderseitiger Zeitnot aus und stellte derart unangenehme Drohungen auf, dass das zweite Brett der Soester die Zeitkontrolle nicht mehr schaffte.

Danach konnte sogar Marius noch gewinnen, denn zunächst hatte sein Gegner die Qualität für einen Bauern zurückgegeben, dann aber das Pech, dass im Schwerfigurenendspiel zwei seines Fußvolkes in den Kasten wanderten und unser Mann dann das Turmendspiel gewann. Nur Jonas, der anfangs mit guten Chancen dagestanden hatte, musste im Endspiel gegen ein Paar verbundener Freibauern ankämpfen, was letztlich zum Remis führte.

Wie wichtig dieser Befreiungsschlag war, zeigt sich daran, dass der nächste Gegner der Spitzenreiter Herford ist. So ist zumindest sichergestellt, dass Weihnachten in Werther nicht ganz ohne Punkte gefeiert wird.

Regionaliga: SG Bünde – SK Werther 5:3

Nach zwei Spieltagen schaut sich die Erste die Tabelle von unten an. Nach einer kraftlosen Vorstellung musste sich der SK einer Mannschaft aus Bünde geschlagen geben, gegen die an einem guten Tag sicherlich mehr drin gewesen wäre.

Von erheblichem gegenseitigen Respekt geprägt war die Partie an Brett eins: Bereits nach zwölf Zügen endete sie friedlich. Danach gab es lange Zeit nichts mehr zu holen. Markus hatte eigentlich eine Figur gewonnen, dies jedoch mit einer unsicheren Königsstellung bezahlen müssen. Nachdem er Material zurückgestellt hatte, ergab sich ein aussichtsloses Endspiel, welches bald verloren ging.

Ekki gab zwar das Zentrum auf, baute jedoch eine Abfangstellung auf und hätte mit einigen präzisen Zügen das sorglose Spiel seines Gegenübers bestrafen können. Stattdessen stellte er in Zeitnot alles ein und musste aufgeben. Der sehr kurzfristig eingesprungene Hacker wehrte sich gut und gewann sogar einen zwischenzeitlich verlorenen Bauern zurück. Leider stellte auch er eine Figur ein und hatte so gegen das sehr starke achte Brett der Zigarrenstädter das Nachsehen.

Da stand es schon 0,5:3,5. Unglücklicherweise fiel Karl in nahender Zeitnot und leicht schlechterer Stellung nichts anderes ein, als die Züge zu wiederholen, sodass die Last nun auf den verbliebenen Spielern lag, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Marius hatte jedoch ein scheinbar totes Endspiel auf dem Brett und nahm deshalb ebenfalls das Unentschieden an. Die Gewinnidee fand sich erst drei Stunden später in der Analyse auf der Terasse des „Outside“ …

Wie bereits beim ersten Mannschaftskampf der Saison gegen Lemgo fand sich nur ein Spieler, der von vorn bis hinten überzeugte. War es vor vier Wochen Marko gewesen, so siegte diese Mal Mario in sehr gutem Stil. So simpel kann Schach sein: entgegengesetzt rochieren, den Flügel aufmachen, wo der gegnerische König steht, eindringen und matt setzen oder, wie in diesem Fall, entscheidend Material gewinnen.

Ein weiteres Mal spielte Jan die letzte Partie. Der Kampf war entschieden, doch wollte er sein Endspiel mit Mehrbauer und besserer Leichtfigur verständlicherweise gerne gewinnen. Nachdem es sehr lange so aussah, als könnten seine Bemühungen von Erfolg gekrönt werden, verpasste er in der sechsten Stunde ein, zwei Gelegenheiten und musste letztlich das Remis zulassen.

Vielleicht ist es noch zu früh, das Saisonziel (Platz 6 – Qualifikation zur neuen NRW-Klasse) infrage zu stellen, aber so darf es nicht weitergehen. Am 4.11. gegen Soest sollte man konzentrierter zur Sache gehen, um auch mal ein oder zwei Pluspunkte zu ergattern.

Misslungener Auftakt der ersten Mannschaft

Die Erste startete nicht gut in die neue Saison, bei der es hauptsächlich darum geht, mindestens Sechster zu werden, um in der neuen NRW-Klasse mitmachen zu dürfen. So, wie der Mannschaftskampf lief, wird dieses Saisonziel nicht so leicht zu erreichen sein.

Beide Teams hatten je einen Spitzenkönner nicht dabei: Jonas fehlte auf Wertheraner Seite, Lemgo hatte Karl-Ernst Blübaum nicht mit dabei.
Auf dem Papier war die Heimmannschaft leicht favorisiert, aber was zählt, ist auf dem Brett, und da lief es gar nicht rund.
Mario kam etwas unter Druck, als ein weißer Springer auf d6 auftauchte. Viele Kiebitze regten in der Analyse an, diesen Oktopus einfach unter Qualitätsopfer wegzubürsten und so eine feste Verteidigungsstellung zu erhalten. Unser fünftes Brett klebte jedoch am Material und ging im Angriffswirbel unter.

Ersatzspieler Manfred erreichte eine Stellung, in der er über mehr Raum verfügte, die gegnerische Position allerdings recht fest schien. Nach einigem Abtauschen ergab sich ein ausgeglichenes Endspiel, in dem Remis vereinbart wurde. Marius übersah eine taktische Wendung und verlor einen wichtigen Zentralbauern. Statt aber die Partie ruhig nach Hause zu schieben, wollte der Lemgoer für die Galerie spielen und riss unter Läuferopfer die schwarze Königsstellung auf. Da die Drohungen jedoch leicht abzuwehren waren und zudem forciert die Damen getauscht werden konnten, verblieb unser Mann mit einer Figur mehr im Endspiel und gewann die Partie sicher.

Ekki kam mit Weiß nie über eine ausgeglichene Stellung hinaus und hatte im Endspiel noch etwas Glück, dass der Gegner wohl nur das Unentschieden vor Augen hatte und einige Chancen liegen ließ. Markus hatte lange eine etwas gedrückte Stellung zu verteidigen, was zunächst auch gut gelang. Leider stellte er im Endspiel eine Qualität ein und verlor dann schnell.

Marko gelang als einzigem Wertheraner eine von vorne bis hinten souverän geführte Partie. Zunächst neutralisierte er die Anfangsinitiative seines Gegenübers und nahm dann peu a peu das Heft in die Hand. Eine wirklich herausragende Leistung mit Schwarz an Brett 1! Jan fasste im Mittelspiel vielleicht nicht den richtigen Plan und geriet in einen Königsangriff. Unter Figurenopfer stellte der Spieler aus Lemgo wilde Drohungen auf, die jedoch noch irgendwie abzuwehren waren. Zwischen dem 30. und dem 40. Zug wechselte in beiderseitiger Zeitnot der Vorteil hin und her. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen hatte, kämpfte Jan mit zwei Türmen und zwei Läufern gegen Dame, Turm und eine Horde Bauern. Leider fand er auch hier nicht die beste Aufstellung und ging schließlich unter.

Karl schob seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst zusammen, gewann einen Bauern, zerstörte die Königsstellung des Schwarzen und stellte kurz vor dem vierzigsten Zug, als beide Kontrahenten weniger als eine Minute hatten, in einer simpel gewonnenen Stellung eine Figur ein. Das Weiterkämpfen hatte dann nur noch symbolischen Charakter.

Der Austausch der Punktgeschenke fiel letztlich also leider zu unseren Ungunsten aus. Ob es bei den wiedererstarkten Bündern am nächsten Spieltag zu etwas zählbarem reicht, erscheint angesichts der instabilen Vorstellung gegen Lemgo eher fraglich.
Mehr unter: http://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2018/2559/einzelergebnisse/19265/

NRW-Viererblitz in Porz

Bei der NRW-Viererblitzmeisterschaft in Köln-Porz zeigte sich ein weiteres mal, dass es zwar schön ist, mit Jonas einen Spitzenkönner in dieser Disziplin im Verein zu haben, es aber schwer wird, wenn nicht auch die anderen Cracks mit dabei sind.
In der Aufstellung Jonas, Karl, Mario und Michael gelang es zwar, den OWL-Titel zu bestätigen (vor Herford und Bünde), aber trotzdem sprang nur Platz 16 von 20 Mannschaften heraus.
Jonas holte am ersten Brett sehr gute 11,5/19, Karl fiel deutlich ab mit 6,5, Mario ergatterte 4,5 Punkte und Michael 5. Die Stärke der Konkurrenz läßt sich vielleicht daran ablesen, dass Karl trotz des prozentual schlechten Ergebnisses noch Blitz-Elopunkte hinzugewann.

Mehr unter: http://chess-results.com/tnr344889.aspx?lan=0&art=0&turdet=NO

Regionalliga: SF Lieme II – SK Werther I 4:4

Im letzten Saisonspiel stand irgendwie gar nicht der Mannschaftskampf im Vordergrund, sondern das Drumherum. Da sich die Liemer für die Endrunde der deutschen Viererpoklameisterschaft qualifiziert hatten, fand unser Regionalligaspiel nicht wie gewohnt im Gemeindehaus Lieme statt, sondern im Rathaus in Lemgo. Dort war viel Platz für die weiteren Viererpokalfinalisten Baden-Baden, Deizisau und Kirchweyhe, das Catering, die Kommentare der Finalpartien durch Martin Forchert und, im Nebenraum, schließlich auch für uns.

Ein wenig schwierig war es schon, sich auf die eigene Partie zu konzentrieren. Karls Gegner beispielweise gelang es nicht so sonderlich gut. Nach gut 20 Zügen hatte er mit passiven Figuren einen Bauern weniger und gab auf, um sich der weiteren Organisation des wichtigeren Ereignisses widmen zu können. Zuvor hatte Markus bereits nach fünf Zügen ein Remis vereinbart, da er wieder einmal am Nachmittag arbeiten mußte.
Mario ließ es zu, dass die Figuren seines Gegners sich allesamt aktiver aufstellen konnten als seine eigenen. Die Konsequenz war ein Figuren- und somit auch Partieverlust. Marko stand bereits nach der Eröffnung aussichtsreich und verwertete in bekannter Manier. Ekki hatte zwar einen Bauern gewonnen, befand sich aber unter starkem Beschuss. Das angebotene Remis hätte er wohl annehmen sollen, denn nach der Ablehnung ging es rapide bergab.
Jonas eröffnete unkonventionell und spielte seine Klasse voll aus. Bald gewann er Material und die Partie. Marius hatte früh einen Bauern eingestellt, und nach längeren Manövern fuhr sein Gegenüber tatsächlich auch den Sieg ein. Beim Stand von 3,5:3,5 bekam Ersatzmann Michael ein Remisangebot, welches er schlecht ablehnen konnte, und so endete die ganze Sache unentschieden.

Mit 9:9 Mannschaftspunkten landet der SK Werther nach einer sehr durchwachsenen Saison auf dem fünften Tabellenplatz. Lieme 2 rettet sich, während Lippstadt 2 und Geseke absteigen müssen. Souveräner OWL-Meister wird Gütersloh mit 18:0 Punkten. Herzlichen Glückwunsch!

Stark schnitten Marko (75%), Karl und Jan (beide 83%) ab, alle drei gewannen DWZ dazu. Jonas ist mit 50% wohl nicht ganz zufrieden (aber immerhin an Brett 1) und gibt ein paar Punkte ab. Marius (44%) und Mario (33%) verlieren ungefähr 20 Ratingpunkte. Ganz schlecht punkteten Markus und Ekki, die deutliche Einbußen zu verzeichnen haben. Vier Spieler (Jonas, Karl, Mario und Ekki) waren jedesmal dabei, je einmal fehlten Marko und Marius, Markus kam auf sieben Einsätze und Jan konnte leider nur sechsmal spielen. Vielen Dank an die Ersatzspieler aus der zweiten Mannschaft: Michael und Hacker waren zweimal mit dabei, Malte, Ralf und Manfred je einmal.
In der nächsten Saison werden die Teilnehmer ermittelt für die dann neu eingezogene dritte NRW-Ebene. Sollte Werther den Ehrgeiz haben dabeizusein, müssen die Leistungen insgesamt konstanter werden. Vielfach wurde zu fahrig agiert und so auch gegen schwächer eingeschätzte Mannschaften einiges liegengelassen. Das kann besser werden!

Mehr unter: http://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2017/2153/runde/9/